Buchhaltung / Rechnungswesen

Betriebsabrechnungsbogen (BAB)

Der Betriebsabrechnungsbogen (BAB) ist das Resultat und praktisch das Hilfsmittel der zweiten Stufe der Durchführung der Kostenstellenrechnung. Er wird in der Regel als Druckliste geliefert. In senkrechter Darstellung werden die Kostenarten und in waagerechter Richtung die Kostenstellen nach Bereichen zusammengefasst ausgewiesen. Daraufhin erfolgt die innerbetriebliche Verrechnung der Gemein- und Schlüsselkosten, der Ausweis von Unter- oder Überdeckungen und schließlich die Darstellung des Betriebsergebnisses.
Eine solche zusammenfassende Darstellung ist wichtig für spezifische unternehmerische Auswertungen.
Im Grunde genommen ist der BAB die Zusammenfassung aller Kostenstellen in einem einzigen Formular, es ist die Grundform der Baubetriebsrechnung. Kleineren Bauunternehmen mit wenigen Kostenstellen reicht oft die zusammenfassende Darstellung jeweils zum Quartalsende.
Möglich ist auch eine verkürzte Form, indem je Kostenstelle bzw. Kostenstellengruppe nur die Gesamtkosten ermittelt und diese den verrechneten Kosten bzw. Erlösen gegenübergestellt werden. Mit dieser Darstellung wäre eine schnelle "Chef"-Information möglich. Für Einzelheiten müssten weitere Zusammenstellungen erfolgen und ggf. Untersuchungen angestellt werden.
Die Darstellungsform und Aussagen des BAB sind auch für größere Bauunternehmen wichtig. Dabei werden aber die Baustellen in der Regel nach größeren Verantwortungsbereichen zusammengefasst, z. B. nach Oberbauleitungsbereichen oder nach Bausparten wie Tiefbau, Hochbau, Straßenbau u. a., und danach die weiteren Betrachtungen angestellt.
In der Übersicht werden zunächst die Kostenarten gesamt und für die einzelnen Kostenstellenbereiche ausgewiesen. Für alle Kostenstellen, die produktive Löhne aufweisen, sind die Sozialkosten umzulegen. In der Regel dient als Basis die Kostenart Lohnkosten. Im Beispiel bedeutet dies einen Umlagesatz von 80 %.
Anschließend werden die Hilfskostenstellen verrechnet und die empfangenen Leistungen den betreffenden Kostenstellen zugerechnet. Dienen dafür leistungsbezogene Verrechnungssätze (z. B. nach der Baugeräteliste (Euroliste BGL 2007), Wertansätze der BAL 2001 u. a.), so können für die Abrechnungsperiode Abweichungen gegenüber dem effektiven Kostenanfall auftreten. Sollten sie erheblich sein, müssen sie untersucht und ggf. korrigiert werden. Das bedeutet in der Folge entweder eine Anpassung an den tatsächlichen Kostenanfall oder eine entsprechende senkende Einflussnahme auf die Ist-Kostenentwicklung. Eine Korrektur sollte auch beim Ansatz in den Angebotskalkulationen für die mit Prozentsätzen verrechneten Kosten berücksichtigt werden.
Das gilt analog auch für die Geschäftsleitungskosten. Der Planverrechnungssatz von 11 % im Beispiel auf Basis Herstellungskosten deckt die Ist-Kosten der Geschäftsleitung nicht.

Beispiel Betriebsabrechnungsbogen

Beispiel Betriebsabrechnungsbogen
12.07.2018
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