Buchhaltung / Rechnungswesen

Betriebsergebnis

Das Betriebsergebnis ist stets ein periodenbezogenes Ergebnis. Es errechnet sich als Differenz zwischen betrieblichen Kosten und Leistungen, d. h. der hergestellten Leistungen in einer Periode, beispielsweise Monat, Quartal und Geschäftsjahr. Es ist praktisch ein Ergebnis aus der Gesamtleistung als Bruttoproduktionswert und nicht aus dem Absatz, d. h. ausschließlich nicht auf Basis der Umsatzerlöse. Ausgewiesen wird es im Betriebsabrechnungsbogen (BAB) sowie in den Abrechnungsbögen der jeweiligen Kostenstellen. Betrachtet für die Baustellen entspricht das Betriebsergebnis inhaltlich dem Baustellenergebnis. Das Betriebsergebnis kommt dem "operativen" Ergebnis aus der Baudurchführung im Bauunternehmen nahe, ausgedrückt auch in der Aussage des EBIT als Ergebnis-Kennzahl, bei der finanzielle Einflüsse und Steuern außen vor bleiben.
Mit Bezug auf den Baukontenrahmen (BKR) der Ausgabe 2016 (nach dem Abschlussprinzip) werden buchhalterisch aufbereitet:
  • die betrieblichen Leistungen bzw. Erträge in den Kontengruppen 50 bis 54 der Kontenklasse 5 und
  • die betrieblichen Kosten bzw. Aufwendungen in den Kontengruppen 60 bis 68 der Kontenklasse 6.
Das Betriebsergebnis ist nicht ohne weiteres mit dem Ergebnis aus der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) vergleichbar. Es besteht zwischen beiden Ergebnisermittlungen eine Differenz, die dem Inhalt nach das Abgrenzungsergebnis umfasst. Letzteres stellt sich rechnerisch als Differenz zwischen dem Unternehmensergebnis in der Unternehmensrechnung (Erträge./. Aufwendungen) und dem Betriebsergebnis der Kosten- und Leistungsrechnung (Leistungen./. Kosten) dar. Begründet wird die Differenz dadurch, dass Geschäftsvorfälle im Bauunternehmen auftreten, die entweder nur die Unternehmensrechnung oder nur die Baubetriebsrechnung betreffen und zum anderen zwischen beiden Rechnungen unterschiedlich bewertet werden, beispielsweise bilanzielle Abschreibungen für Baumaschinen und Geräte in der Unternehmensrechnung und kalkulatorische Abschreibungen in der Baustellenabrechnung.
Weiterhin müssen bei den Betrachtungen zum Betriebsergebnis die betrieblichen Aufwendungen und Erträge von den neutralen Aufwendungen und Erträgen getrennt bzw. das neutrale Ergebnis (auch teils als sonstiges Ergebnis bezeichnet) ausgefiltert werden. Es betrifft mit Bezug auf den Baukontenrahmen (BKR-2016) die Aufbereitungen der:
  • sonstigen Erträge in den Kontengruppen 55 bis 59 in der Kontenklasse und
  • sonstigen Aufwendungen in den Kontengruppen der Kontenklasse 7.
So wird erst die Kosten- und Leistungsrechnung ihrer Hauptaufgabe gerecht, nämlich die pro Abrechnungsperiode anfallenden Kosten vollständig und richtig zu erfassen und sie mit den Leistungen dieser Periode zu verrechnen, um so das Betriebsergebnis als den betrieblichen (internen) Erfolg auszuweisen, der ausschließlich auf den betrieblichen Zweck gerichtet ist.
Für baubetriebswirtschaftliche Beurteilungen sowie im Rahmen des Controllings sind Aussagen von Interesse, die sich aus Beziehungskennzahlen ableiten, beispielsweise die Kennzahl Gewinnrate nach der Beziehung:
Betriebsergebnisrate=Betriebsergebnis (in der Periode)x 100 %=...... %
Gesamtleistung (in der Periode)
Als Bezugsgröße der Leistung kann entweder die Gesamtleistung (einschließlich von Leistungen der einbezogenen Nachunternehmer und von sonstigen Fremdleistungen) oder die eigene Gesamtleistung, die mit den eigenen Arbeitnehmern hergestellt wird, herangezogen werden.
Als weitere Kennzahlen können in Betracht kommen und lassen sich folgendermaßen bestimmen:
Betriebsergebnis x 100 %=...... %
Unternehmensergebnis (vor Steuern)
Betriebsergebnisx 100 %=...... %
Jahresüberschuss (Jahresfehlbetrag)
Eine Baumaßnahme kann auch durch eine Arbeitsgemeinschaft (Bau-ARGE) Arbeitsgemeinschaft (ARGE) ausgeführt werden. Dann steht bei der ARGE als Ergebnisart das " ARGE-Rohergebnis " im Vordergrund. Es unterscheidet sich aber inhaltlich vom Betriebsergebnis dadurch, dass in den erfassten Kosten und ausgewiesenen Leistungen bzw. Erträgen der ARGE auch Positionen von neutralem Aufwand und neutrale Erträge einbezogen werden. Für betriebswirtschaftliche Auswertungen ist ebenfalls von Interesse, das ARGE-Rohergebnis in Beziehung zu den Kennzahlen der Leistungen zu betrachten.
09.08.2017
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