Buchhaltung / Rechnungswesen

Kostenarten

Nach der Art ihrer Entstehung im Bauprozess lassen sich die Kosten nach Kostenarten wie beispielsweise Lohnkosten, Stoffkosten, Gerätekosten, Kosten der Nachunternehmerleistungen und Sonstige Kosten differenzieren. Diese Gliederung sollte den betrieblichen Anforderungen entsprechen und
Die Kostenarten stellen zugleich das Bindeglied zwischen den Kostenstellen und Kostenträgern in der Baudurchführung dar und sollen die einmalige und gleichzeitige Kontierung für verschiedene Zwecke gewährleisten. Eine Unterteilung ist sowohl für die betriebliche Kostenrechnung als auch bei der Kalkulation, z. B. innerhalb der Einzelkosten der Teilleistungen (EKT) zweckmäßig.
Für die Tiefe der Gliederung nach Kostenarten sind meistens die Größe des Bauunternehmens und der gewählte Kontenrahmen für die Finanzbuchhaltung bestimmend. Wird der von den Spitzenverbänden der Bauwirtschaft herausgegebene Baukontenrahmen (BKR) in der Fassung 2016 herangezogen, so weist die "Kontenklasse 6" eine Gliederung nach Kostenarten aus. Diese Gliederung wird unter Kostenarten nach Baukontenrahmen auszugsweise bis zum 3-Steller der Kontenklasse 6 beispielhaft aufgeführt.
Demgegenüber werden die Kostenarten im Musterkontenrahmen für das Baugewerbe (MKR-Bau) in der Kontenklasse 4 geführt.
Zu beachten sind jedoch formale Abweichungen zwischen der Gliederung der Kostenarten für die Finanzbuchhaltung und die Baukalkulation, beispielsweise bei:
  • Lohn- und Gehaltskosten in der Kostengruppe 60/61 als Ausweis aller Personalkosten sowohl für gewerbliche Arbeitnehmer als auch für Angestellte, in der Kalkulation werden aber nur die Löhne der gewerblichen Arbeitnehmer als Einzelkosten der Teilleistungen herangezogen, wogegen die Gehaltskosten der Angestellten zu den Gemeinkosten zählen,
  • Kosten der Bauhilfsstoffe, Geräte und Ausstattungen unter 64 können sowohl als Einzelkosten als auch als Baustellengemeinkosten (BGK) in der Kalkulation behandelt werden.
In Verbindung mit der Kostenartenrechnung ist es auch wichtig, sich Klarheit über die Zusammensetzung der Kosten zu verschaffen und daraus zu erkennen, welche Kostenarten eine wichtige Rolle spielen oder eben von untergeordneter Bedeutung sind. Dabei können sowohl der Baubetrieb als Ganzes oder auch die produzierenden Bereiche, namentlich die Baustellen, Gegenstand der Analyse sein. Zunächst ist dafür die Kenntnis der Kostenarten bedeutsam.
Um die Struktur der Kosten darzustellen, sind die einzelnen Kostenarten den Gesamtkosten (= 100 %) gegenüberzustellen und deren prozentualer Anteil zu bestimmen. In gleicher Weise können auch die Kostenarten ins Verhältnis zur Gesamtleistung gesetzt werden. Multipliziert mit 100 % wird jeweils die Kostenintensität der betreffenden Kostenarten an der Leistung ausgedrückt. Zu erkennen ist auf diese Weise schnell, wie lohn- und materialintensiv eine Bauleistung ausgeführt wird. Ohne Zweifel gelten die Personalkosten mit ca. 35 bis 50 % als wichtigste Kostenart im Bauprozess.
Das Grundschema für die Kostenartengliederung kann in der Baupraxis entweder noch weiter vertieft oder durch Zusammenfassung von Kostengruppen verdichtet werden.
Eine Aggregation ist möglich nach:
Die Unterteilung in Einzel- und Gemeinkosten ist verrechnungstechnisch begründet und wichtig bei der Baukalkulation. Einzelkosten können den Teilleistungen der Bauleistungen direkt, d. h. unmittelbar zugerechnet werden. Dazu zählen die Kostenarten Löhne, Stoffe und die Kosten für Leistungen der Nachunternehmer, ggf. auch Gerätekosten. Dagegen fallen die Gemeinkosten nicht nur für ein Erzeugnis, sondern für mehrere Bauwerke gemeinsam an.
13.03.2017
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