Buchhaltung / Rechnungswesen

Kostendynamik

Unter Kostendynamik versteht man das unterschiedliche Reagieren der Kosten auf Veränderungen der Leistungsmengen bzw. der Kapazitätsausnutzung bzw. des Beschäftigungsgrades des Bauunternehmens. Nach den Verhaltensweisen können unterschieden werden:
  1. variablen Kosten, die sich mit dem Beschäftigungsgrad der Baudurchführung verändern, und zwar
  2. Fixkosten, die vom Leistungsvolumen im eigentlichen Sinn nicht beeinflusst werden. Deshalb bezeichnet man sie auch synonym als leistungsinvariante Kosten oder Bereitschaftskosten.
Allgemein typische fixe Kosten sind die Kostenpositionen der Allgemeinen Geschäftskosten (AGK, weiterhin teilweise die Baustellengemeinkosten (BGK) und die Abschreibungen für Sachanlagen auf Grund ihrer zeitproportionalen Berechnung. Insgesamt beträgt der Fixkostenanteil in den Bauunternehmen etwa 20 bis 30 % von den gesamten Kosten der Baudurchführung.
Fixkosten verdienen besonderes Interesse im Hinblick auf relative Einsparungen, indem sie sich bei Leistungssteigerungen bzw. einer besseren Kapazitätsausnutzung auf eine größere Menge an Bauleistungen verteilen und somit je Leistungseinheit sinken, was wiederum zu einem umfangreicheren Gewinn führt. Der Gewinneinfluss in Verbindung mit den Fixkosten ist ein zunehmend wichtiger Faktor für die Wirtschaftlichkeit auch in den Bauunternehmen.
Differenzierte kostendynamische Aussagen sind notwendig und wichtige Voraussetzung für die Bestimmung von Teilkosten, des Deckungsbeitrags, von Gewinnschwellen sowie für die Vorgabe von Kosten, bei Soll-Ist-Vergleichsrechnungen u. a. Jede diesbezügliche Untersuchung setzt zunächst eine Kostenspaltung und dafür Entscheidungen über eine bestimmte wirklichkeitsnahe Kombination zwischen jeweils einer Variante des Charakters und Maßstabs der Leistung, der Art des Ausdrucks und Umfangs der Kosten, der Kostenspaltungsmethode sowie des Untersuchungszeitraums voraus.
Im Bauunternehmen sollte die Analyse der Kosten nach ihrem Verhalten zur Leistung bzw. Beschäftigung
  • mindestens zum Zeitpunkt des Jahresabschlusses sowie für spezifische Gewinnanalysen erfolgen,
  • für das Unternehmen insgesamt sowie
  • für ausgewählte Kostenstellen durchgeführt werden, da sich bestimmte Kostenpositionen für die Baustellen ggf. anders verhalten können als insgesamt
  • in Abhängigkeit von der Veränderung der hergestellten Bauleistung als Bezugsgröße erfolgen.
Weiterhin sollte von einzelnen Kostenarten ausgegangen werden. Größeren Informationsgehalt haben stets Untersuchungen des Kostenartenverlaufs. Komplexkosten wie Baustellengemeinkosten (BGK) u. a. sind abgeleitete Größen, deren Verlauf letztlich die Folge des Verhaltens der zugehörigen Kostenarten ist.
12.03.2016
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