Bauberichterstattung / Statistik

Produktivitätsanalyse

Aus den Aufzeichnungen im betrieblichen Rechnungswesen können die erforderlichen Ausgangswerte übernommen und für analytische Aussagen ins Verhältnis gesetzt werden.
Das Resultat sind folgende wichtige Produktivitätskennzahlen:
1. Umsatzquote auf Basis Umsatzerlöse und Anzahl Gesamtbeschäftigte (Personen):
Im Bauhauptgewerbe in Westdeutschland wurde 2008 ein Umsatz von 127,2 T-€ je Baubeschäftigten erbracht, in Ostdeutschland von 104,5 T-€. Gegenüber dem Jahr 1990 bedeutet das eine Erhöhung der Produktivität auf 174 %.
Interessant ist auch das umgekehrte Verhältnis, beispielsweise in der Aussage der Anzahl von Beschäftigten, die für die Ausführung von einer Million Euro Umsatz erforderlich ist. Im Jahr 2008 führten im Bauhauptgewerbe in Westdeutschland 8 Beschäftigte 1 Mio € Umsatz aus, in Ostdeutschland waren 9,6 Beschäftigte erforderlich.
2. Umsatzquote auf Basis Umsatzerlöse und produktive Stunden bzw. Baustellenstunden:
Je Baustellenstunde betrugen die Umsatzerlöse 2009 in Deutschland gesamt 101,10 €. Die Aussagen liegen überbetrieblich aus der Bauberichterstattung in der monatlichen Aussage des Formblattes MBB - Monatsbericht für das Bauhauptgewerbe vor.
Die Höhe wird wesentlich beeinflusst durch den Umfang
  • der im Geschäftsjahr übergebenen bzw. schlussgerechten Bauaufträge, deren Wert wesentlich von der hergestellten Bauleistung von Jahr zu Jahr abweichen kann,
  • der Fremdleistungen an den schlussgerechneten Bauaufträgen,
  • der Material- bzw. Stoffintensität,
  • der unterschiedlichen Produktivität nach Leistungssparten wie Tiefbau, Sanierung, Abbruch u. a. sowie der einzelnen Ausbaugewerke,
  • und der unterschiedlich langen Bauzeit der einzelnen Bauaufträge bis zur Abnahme. Sie ist weder zwischen den Bauunternehmen noch von Jahr zu Jahr bzw. Monat zu Monat unmittelbar vergleichbar.
Die Produktivitäten auf Basis Gesamtleistung als hergestellte Leistung sind aussagefähiger, weil von der Fertigstellung bzw. Abnahme unabhängig. Die Baudurchführung ist primär gesamtleistungsbezogen.
3. Gesamtleistungsquote (auf Basis Gesamtleistung und Anzahl Gesamtbeschäftigte):
Der Umfang wird wiederum wesentlich durch die Anteile an Fremdleistungen, der unterschiedlichen Materialintensität in den Leistungssparten und der Beschäftigtenstruktur (produktiv Tätige und Angestellte) beeinflusst und ebenfalls nicht unmittelbar zwischen den Bauunternehmen vergleichbar.
Aussagefähiger ist die Basis eigene Gesamtleistung, da der Einfluss des Umfangs der Nachunternehmerleistungen ausgeschlossen wird.
4. Quote der eigenen Gesamtleistung (auf Basis der Anzahl Gesamtbeschäftigte oder der Anzahl produktiv Tätige):
5. Stundenproduktivität [auf Basis eigene Gesamtleistung oder eigene Bauleistung und Anzahl der produktiven Stunden (Baustellenstunden)]:
Wesentlichen Einfluss hat die unterschiedlich hohe Materialintensität der Leistung insgesamt sowie bei den einzelnen Leistungsarten und Gewerken, besonders im Ausbau. Aussagefähiger ist der geschaffene Neuwert, d. h. die Wertschöpfung unter Eliminierung des Einflusses aus dem Materialeinsatz (d. h. von "goldenen" Türklinken).
6. Wertschöpfungsquote (Netto- bzw. Rohergebnis der Produktionstätigkeit) [auf Basis Anzahl Beschäftigte oder produktive Stunden (Baustellenstunden)]:
Die Stundenproduktivität und Wertschöpfungsquote können und sollten weiter nach Leistungssparten wie Hochbau, Tiefbau u. a., Gewerke, Baustellen bestimmt werden, und zwar regelmäßig unterjährig.
Die Erhöhung der Werte ist positiv für die Ertragskraft und den finanziellen Erfolg.
23.04.2016
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