Jahresabschluss / HGB

Normalherstellungskosten (Gebäude)

Die Normalherstellungskosten – Kurzbezeichnung NHK – umfassen nach § 22 Abs. 2 der Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV vom 19.5.2010, in Kraft seit 01.07.2010) jene Kosten, die marktüblich für die Neuerrichtung einer entsprechenden baulichen Anlage aufzuwenden wären. Im Grundsatz entsprechen sie den gewöhnlichen Herstellungskosten, die bei der Ermittlung des Sachwertes eines Gebäudes heranzuziehen sind. Sie sind inhaltlich nicht vergleichbar mit den Herstellungskosten nach § 255 Abs. 2 im HGB (Handelsgesetzbuch) zur Bewertung beispielsweise der unfertigen Bauleistungen in einem Bauunternehmen.
Im Normalfall lassen sich die gewöhnlichen Herstellungskosten einer baulichen Anlage bzw. eines Gebäudes aus den Unterlagen der Bauplanung ableiten und ermitteln. Ist dies jedoch nicht mehr eindeutig möglich, dann sind die "ehemaligen" Herstellungskosten als Normalherstellungskosten zu bestimmen. Dafür dienen erarbeitete Tabellen für die NHK, auf deren Grundlage die anzusetzenden Baukosten nach verschiedenen Gebäudetypen ermittelt werden können.
Die Normalherstellungskosten werden vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen in der Regel alle 5 Jahre herausgegeben bzw. fortgeschrieben und zwar für differenzierte und eine Vielzahl von Gebäudetypen. Dabei handelt es sich um Herstellungskosten von Gebäuden ohne Baunebenkosten (Kostengruppe 7 nach DIN 276), jedoch einschließlich Mehrwertsteuer zum jeweiligen Preisstand, z. B. NHK 2000. Unter Hinzuziehung des Baupreisindex vom Bundesamt für Statistik kann dann noch auf den Stand zum Wertermittlungsstichtag um- bzw. hochgerechnet werden.
Die Herstellungskosten beziehen sich dabei jeweils auf die Brutto-Grundfläche (BGF) und den Brutto-Rauminhalt (BRI).
Die angegebenen Durchschnittswerte für die NHK können weiterhin noch durch Multiplikation mit regionalen Faktoren – beispielsweise nach Bundesländern, Größe der Städte bzw. Bauorte, Konjunkturschwankungen – an orts- und zeitspezifische Verhältnisse angepasst werden.
16.04.2016
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