Bauberichterstattung / Statistik

Wohnungsbau

Zum Wohnungsbau zählen nach der Definition des Statistischen Bundesamtes für die Bauberichterstattung Gebäude, die mindestens zur Hälfte – gemessen an der Nutzungsfläche (NUF) (NF) nach DIN 277 - Grundflächen und Rauminhalte (Hochbau - aktualisierte Ausgabe Januar 2016) – Wohnzwecken dienen. Der Bauart nach ist der Wohnungsbau dem Hochbau zuzuordnen. Dabei ist es unwichtig, ob einzelne Teile des Gebäudes auch für andere Zwecke, z. B. Geschäftsräume, vorgesehen sind. Weiterhin hängt es nicht davon ab, wer der Auftraggeber ist. Wohnbauten für private Auftraggeber sind ebenso wie solche für Öffentliche Auftraggeber oder sonstige Körperschaften zu erfassen.
Nebennutzflächen in Wohngebäuden, z. B. Abstellräume, werden zur Bestimmung des Nutzungsschwerpunktes nicht herangezogen.
Außerdem umfasst der Wohnungsbau auch noch
  • den Umbau oder Ausbau bisher anderweitig genutzter Gebäude oder Räume zu Wohnungen sowie
  • Instandhaltungs-, Instandsetzungs- und Reparaturarbeiten an Wohnhäusern oder Wohnungen.
Demgegenüber rechnen nicht zum Wohnungsbau Unterkünfte, die zwar Wohnzwecken dienen, aber nur für eine begrenzte Dauer errichtet und/oder von geringem Wohnwert sind. Diese Bauten sind dem Hochbau zuzurechnen. Werden nachträglich noch Geschäftsräume in einen Wohnkomplex eingebaut oder Wohnungen zu Geschäftsräumen umgebaut, dann zählen sie auch nicht zum Wohnungsbau, sondern zum Hochbau als Gebäudeart.
Im Rahmen der Bauwirtschaft weist der Wohnungsbau seit Jahren eine steigende Tendenz auf, fortsetzend voraussichtlich auch in den nächsten Jahren. In 2016 wird sich der Wohnungsbau als Konjunkturtreiber nach Einschätzung der Bauverbände mit ca. + 5 % gegenüber dem Vorjahr sowohl in Ost- als auch in West-Deutschland einstellen. Nach den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes legt die Zahl der Baugenehmigungen weiter zu, am stärksten bei Mehrfamilienhäusern, gefolgt von Einfamilienhäusern und Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden.
Am 3. Februar 2016 wurde vom Bundeskabinett der Gesetzentwurf zur Einführung der steuerlichen Förderung des Mietwohnungsneubaus gebilligt. Vorgesehen wird die zeitlich befristete Einführung einer degressiven Sonderabschreibung für die Anschaffung oder Herstellung neuer Mietwohngebäude, besonders in Gebieten mit einem angespannten Wohnungsmarkt. Zeitlich soll die Förderung auf Baumaßnahmen begrenzt bleiben, die in den Jahren 2016 bis 2018 begonnen werden.
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Aktuelle Normen und Richtlinien zu "Wohnungsbau"

DIN-Norm
Ausgabe 2017-01
Diese DIN SPEC legt Anforderungen fest an einen erhöhten Schallschutz in schutzbedürftigen Räumen in Wohngebäuden zum Erreichen der beschriebenen Schallschutzziele.Diese DIN SPEC wurde nach dem PAS-Verfahren erarbeitet. Die Erarbeitung von DIN SPEC n...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2014-08
Diese Norm gilt für einflügelige, gefälzte und stumpf einschlagende Türblätter mit und ohne Oberblende in Stahl- oder Holzzargen. Die Festlegung der gegenseitigen Abhängigkeit der Maße an Türzarge und Türblatt sowie die Lage der Türbänder und des Tür...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2016-10
Diese Vornorm liefert ein Verfahren zur Berechnung von Lüftungsanlagen, Luftheizungsanlagen und Kühlsystemen für Wohngebäude.Diese Vornorm wurde vom zuständigen Gemeinschaftsarbeitsausschuss NA 005-12-01 GA „Gemeinschaftsarbeitsausschuss NABau/FNL/NH...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2018-09
Diese Vornorm liefert ein Verfahren zur Berechnung von Lüftungsanlagen, Luftheizungsanlagen und Kühlsystemen für Wohngebäude.Diese Vornorm wurde vom zuständigen Gemeinschaftsarbeitsausschuss NA 005-12-01 GA „Gemeinschaftsarbeitsausschuss NABau/FNL/NH...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2016-10
Diese Vornorm gilt für Raumlufttechnische Anlagen in Nichtwohngebäuden und verwendet den berechneten Nutzenergiebedarf für die Raumkühlung aus DIN V 18599-2 und den Nutzenergiebedarf für die Luftaufbereitung aus DIN V 18599-3. Die beschriebenen Verfa...
- DIN-Norm im Originaltext -

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