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Bitumen

Industriell hergestelltes Bitumen wird durch die Destillation von Erdöl gewonnen. Dabei werden schwere Erdöle als Ausgangsmaterial verwendet.
Die Destillation erfolgt zweistufig. In der ersten Stufe wird das Erdöl auf 150 bis 380 °C erhitzt und unter atmosphärischem Druck destilliert, wobei z. B. Benzin verdampft und gewonnen wird. In der zweiten Stufe werden unter vermindertem Druck (Vakuumdestillation) Öle gewonnen, die z. B. als Schmieröle dienen. Der Rückstand der zweiten Stufe ist das Bitumen.
Bitumen wird nach der Destillation oft noch weiterverarbeitet, sodass unterschiedliche Bitumenarten entstehen. Man unterscheidet:
BitumenartHerstellungEigenschaftenVerwendung
DestillationsbitumenDestillationweich bis mittelhartStraßenbau
Oxidationsbitumen
  1. Destillation
  2. Einblasen von Luft bei 130 bis 290 °C
widerstandsfähig gegen Kälte und WärmeDach- und Dichtungsbahnen, Klebemassen, Isolierung von Rohrleitungen
Hochvakuum- und Hartbitumen
  1. Destillation
  2. Entzug von hochsiedenden Ölen
harte bis springharte KonsistenzBindemittel für Gussasphalt, für Estriche und für bituminöse Anstriche
Polymermodifiziertes Bitumen
  1. Destillation
  2. chemische Vernetzung von Destillationsbitumen und Polymeren
Verändertes thermoviskoses und elastoviskoses VerhaltenBindemittel für Asphaltbeläge auf besonders beanspruchten Verkehrsflächen im Straßen- und Flugplatzbau
Eine Haupteigenschaft von Bitumen ist die veränderliche Viskosität. Mit steigender Temperatur wird Bitumen flüssiger. Bitumen (Destillationsbitumen) ist bei normalen Temperaturen halbfest bis hart, wird bei Erwärmung erst knetbar, dann zähflüssig und bei 150 bis 200 °C schließlich dünnflüssig. Dadurch eignet es sich hervorragend als Bindemittel im Straßenbau, da die Beläge heiß und flüssig eingebaut werden und sich so z. T. selbst nivellieren und verdichten.
Die Härte der Bitumensorte hängt davon ab, wie viel Schweröl nach der Destillation entzogen wurde: Je mehr, desto härter ist das Bitumen. Gemessen wird die Bitumenhärte mit der Methode der "Nadelpenetration".
Aus der jeweiligen Härte des Bitumens unter Normaltemperatur leiten sich Vor- und Nachteile ab. So ist weiches Bitumen z. B. leicht einzubauen und verdichtet sich selbst. Unter Verkehr wird dieses Bitumen weiter verdichtet. Es bildet kaum Risse, kann aber bei heißen Sommertemperaturen unter Schwerverkehr verformt werden. Härteres Bitumen ist dagegen formbeständiger, muss aber zusätzlich zur besseren Verdichtung dicker eingebaut und dann extra mittels Walzen verdichtet werden.
Welches Bitumen zur Herstellung von Asphaltbelägen als Bindemittel eingesetzt werden soll, hängt von den gewünschten Eigenschaften der zu fertigenden Asphaltschicht ab. Sowohl die verschiedenen Bitumensorten, aber auch die Korngrößen der Gesteinsmischungen und die Eigenschaften weiterer Zuschlagstoffe (z. B. Zellulosefasern, Polymergranulat bei Splittmastixasphalt) beeinflussen die Eigenschaften der fertigen Asphaltschicht. Das Asphaltmischgut wird deshalb nach den gewünschten Rezepturen für die jeweilige Bauleistung in Asphaltmischanlagen und Asphaltmischwerken hergestellt.
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Region Preisangaben netto (ohne USt.) für Region: Bochum
Weitere Leistungen mit regionalen Baupreisen:
Baupreislexikon
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Aktuelle Normen und Richtlinien zu "Bitumen"

DIN-Norm
Ausgabe 2014-08
Diese Norm definiert Begriffe für Straßenbau- oder Industriebitumen verschiedener Sorten und für bitumenhaltige Bindemittel.Diese Norm wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 336 "Bitumenhaltige Bindemittel" erarbeitet, dessen Sekretariat vom AFNOR (Fra...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2009-08
Diese Norm legt Eigenschaften und entsprechende Prüfverfahren fest für Straßenbaubitumen, die zum Bau und zur Instandhaltung von Straßen geeignet sind und die durch Raffinationsverfahren aus Rohölen erhalten werden....
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2000-04
Diese Norm legt Eigenschaften und entsprechende Prüfverfahren fest für Straßenbaubitumen, die zum Bau und zur Instandhaltung von Straßen geeignet sind und die durch Raffinationsverfahren aus Rohölen erhalten werden....
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2009-07
Diese Norm legt ein Verfahren zur Bestimmung der Eindringfähigkeit von Bitumenemulsionen fest. Dieses Prüfverfahren ist auf Bitumenemulsionen mit geringer Viskosität anzuwenden. Im Zuge der Prüfung wird eine festgelegte Menge der zu prüfenden Emulsio...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2009-07
Diese Norm legt ein Verfahren zur Bestimmung des pH-Wertes von Bitumenemulsionen fest. Er ist auf anionische, kationische und nichtionische Bitumenemulsionen anwendbar. Im Verlauf der Prüfung werden ein pH-Messgerät und eine Elektrode mit Standard-Pu...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2009-07
Diese Norm legt ein Verfahren zur Bestimmung der Mischstabilität von Bitumenemulsionen mit Zement fest. Er ist auf überstabilisierte kationische Bitumenemulsionen und auf langsam abbindende und überstabilisierte anionische Bitumenemulsionen anwendbar...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2005-08
Diese Norm legt Anforderungen an Kaltbitumen fest, das vorwiegend im Straßenbau, aber auch in verwandten Gebieten eingesetzt wird. Kaltbitumen ist insbesondere zur Herstellung von Mischgut für sofortigen Einbau oder für kurzfristige Lagerung bestimmt...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2011-05
Diese Norm legt ein Verfahren zur Bestimmung der Ausflusszeit in Sekunden von Bitumenemulsionen bei 40 °C unter Anwendung eines Ausflussviskosimeters fest. Die alternative Prüftemperatur beträgt 50 °C. Die in dieser Norm beschriebene Durchführung kan...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2006-02
Diese Norm legt die Anforderungen für werkseitige Umhüllungen auf Basis von heiß aufgebrachten bitumenhaltigen Beschichtungen als Korrosionsschutz für erd- und wasserverlegte Stahlrohre und -formteile fest. Die in dieser Norm beschriebenen Umhüllunge...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2011-12
Diese Norm gilt für die Abdichtung von Bauwerken und Bauteilen mit Bitumenwerkstoffen und Kunststoffbahnen gegen im Boden vorhandenes, kapillargebundenes und durch Kapillarkräfte auch entgegen der Schwerkraft fortleitbares Wasser (Saugwasser, Haftwas...
- DIN-Norm im Originaltext -

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Abdichtung von Balkonen DIN 18531-2 und DIN 18531-5, mit kunststoffmodifizierter Bitumen-Dickbeschichtung (PMBC), Mindesttrockenschichtdicke 3 mm, 2-schichtig, im Spachtelverfahren aufbringen....
Abrechnungseinheit: m2
Weitere Leistungsbeschreibungen:
STLB-Bau Ausschreibungstexte
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Verwandte Fachbegriffe

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Bitumen-Dichtungsbahn
Bitumen-Dichtungsbahnen entstehen durch das Tränken von Trägermaterialien (Jute-, Glasgewebe, Glas- und Polyestervlies) in Oxidationsbitumen und das beidseitige Aufbringen von Deckschichten aus Oxidationsbitumen. Schließlich werden die Bahnen noch be...
Bitumenschweißbahn
Bitumen-Schweißbahnen werden zur Bauwerksabdichtung gegen Bodenfeuchte, drückendes Wasser, gegen nicht drückendes Wasser, aufstauendes Sickerwasser, als Dachabdichtung, Abdichtung über Bewegungsfugen, als Dampfsperrschicht, Sperrschicht im Fußbodenau...
Bitumendachbahn
Bitumendachbahnen ist der Oberbegriff zu allen Dachabdichtungsbahnen auf Bitumenbasis, die zur Herstellung von Unterdächern, Unterdeckungen und Unterspannungen benötigt werden. Zu den Bitumendachbahnen zählen u. a. Bitumen-Dichtungsbahnen, Polymerbit...
Bitumenemulsionsestrich
Bitumenemulsionsestrich ist ein Estrich, bei dem Sand und Splitt mittels Bitumenemulsion und Zement gebunden werden. Die Gesteinskörnung macht etwa 40 bis 60 % der Estrich-Masse aus. Bitumenemulsionsestrich wird meist in Dicken zwischen 12 und 20 mm ...
Bitumenemulsion
Bitumenemulsionen sind kolloide Mischungen aus Straßenbaubitumen (Destillationsbitumen) und Wasser. Wobei die beiden eigentlich nicht mischbaren Flüssigkeiten, Wasser und Bitumen, mittels Emulgatoren zu einem fein verteilten Gemisch zusammengeführt w...
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