Einschalige monolithische Außenwände sind Außenwände, die aus einer einzigen, durchgehenden, massiven Schale bestehen, also ohne zusätzliche Dämmschicht oder Vorsatzschale.
Was ist eine einschalige monolithische Außenwand?
Einschalige monolithische Außenwände bestehen aus einer einzigen durchgehenden, massiven Schale ohne zusätzliche Dämmschicht, kurz:
Häufig werden hochwärmedämmende Steine verwendet, wie:
Diese Materialien haben durch Luftporen und geringe Rohdichte eine niedrige Wärmeleitfähigkeit, sodass gute Wärmedämmwerte (U-Werte) auch ohne zusätzliche Außendämmung erreicht werden können. Um den Wärmeschutz zu gewährleisten, müssen die Wände in der Regel 36,5 bis 49 cm dick sein. Monolithisches, rein mineralisches Mauerwerk lässt sich sortenrein rückbauen und bereits während der Bauphase materialsparend verarbeiten. Bei Porenbeton kann Verschnitt direkt in die Produktion neuer Steine zurückgeführt werden, was bei mehrschichtigen Wandaufbauten deutlich schwieriger ist.
Eigenschaften
Einschalige monolithische Außenwände vereinen mehrere bauphysikalische Funktionen in einem Bauteil, zum Beispiel:
Wärmeschutz
Monolithische Wände erfüllen mit geeignetem Steinformat die Wärmeschutzanforderungen ohne zusätzliche Dämmung. Sie sind diffusionsoffen, speichern Wärme und dämpfen Temperaturspitzen, wobei leichte Steine etwas weniger sommerlichen Hitzeschutz bieten als Beton.
Monolithische Bauweisen sind nicht automatisch wärmedämmend, denn auch massive Wände aus Kalksandstein oder Beton finden Verwendung, zum Beispiel bei Brandwänden oder unbeheizten Bereichen wie Garagen und Kellern. Schallschutz
Leichte, porige Wände bieten guten Wärmeschutz, aber geringere Luftschalldämmung. Für Einfamilienhäuser reicht das oft aus. Bei hoher Lärmbelastung kann schwereres Mauerwerk oder eine Vorsatzschale nötig sein.
Brandschutz
Mauerziegel, Kalksandstein, Beton und Porenbeton sind nicht brennbar und erreichen in ausreichender Dicke hohe Feuerwiderstandsklassen. Kritisch bleiben Anschlüsse von Decken, Fenstern und Balkonen, die sorgfältig geplant werden müssen. 
Eine einschalige Außenwand aus Porenbeton.
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Normen und Regelungen
Für einschalige monolithische Außenwände sind unter anderem maßgeblich:
DIN 4108 Beiblatt 2: Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden; Beiblatt 2: Wärmebrücken – Planungs- und Ausführungsbeispiele. DIN 4109-32: Schallschutz im Hochbau – Teil 32: Daten für die rechnerischen Nachweise des Schallschutzes (Bauteilkatalog) – Massivbau. DIN 4102-4: Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen – Teil 4: Zusammenstellung und Anwendung klassifizierter Baustoffe, Bauteile und Sonderbauteile.
Der Experten-Tipp
„Bei monolithischen Außenwänden ist eine sorgfältige Detailausbildung entscheidend: Wärmebrücken an Deckenauflagerungen oder Balkonplatten müssen konstruktiv minimiert, der Sockel normgerecht nach DIN 18533 ausgeführt und das Mindestüberbindemaß an Ecken eingehalten werden. Da keine zusätzliche Außendämmung vorhanden ist, übernimmt ein intakter Außenputz den Witterungsschutz. Monolithisch bedeutet einlagig und massiv – die Wärmedämmung ist materialabhängig, bei rein mineralischem Aufbau jedoch meist sortenrein rückbaubar.“