Baubetrieb/Bauunternehmen

Insolvenzgeldumlage

Im Falle der Insolvenz eines Bauunternehmens erhalten die im Inland beschäftigten Arbeitnehmer ein Insolvenzgeld. Es dient dem Ausgleich des ausgefallenen Lohnes der gewerblichen Arbeitnehmer bzw. Gehaltes der Angestellten und Poliere in den letzten 3 Monaten vor Eintritt des Insolvenzereignisses.
Das Insolvenzgeld zahlt die Bundesagentur für Arbeit aus. Die Bauunternehmen als Arbeitgeber finanzieren das Insolvenzausfallgeld durch Zahlung einer monatlichen Umlage, auch als U3-Umlage bezeichnet, im Ausgleichsverfahren. Seit 2009 ist die Umlage vom Arbeitgeber zusammen mit den Beiträgen zur Sozialversicherung an die gesetzlichen Krankenkassen abzuführen.
Die Insolvenzgeldumlage war im letzten Jahrzehnt unterschiedlich hoch vorbestimmt. Sie betrug zunächst im Jahr 2009 = 0,1 %, wurde jedoch im Jahr 2011 ausgesetzt. Ab 2013 erfolgte eine wesentliche Erhöhung auf 0,15 % bzw. 0,15 € je 100 € Lohnsumme, danach in den Jahren 2016 und 2017 wieder eine Absenkung. Für das Jahr 2018 wurde die Insolvenzgeldumlage in Höhe von 0,06 % festgelegt. Dieser Umlagesatz wurde seitdem beibehalten und beträgt auch für 2020 unverändert 0,06 % bzw. 0,06 € je 100 € Lohnsumme.
Basis für die Umlage ist das rentenversicherungspflichtige Entgelt der Beschäftigten.
Die Insolvenzgeldumlage zählt zu den gesetzlichen Sozialkosten. Sie ist folglich Bestandteil der Lohnzusatzkosten der gewerblichen Arbeitnehmer und wird mit dem Kalkulationslohn im Baupreis kalkuliert. In den Musterberechnungen des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB) zur Bestimmung des Zuschlagsatzes für die Lohnzusatzkosten in Unternehmen des Bauhauptgewerbes wird die Insolvenzgeldumlage in der Position 2.2.1.7 ausgewiesen, ebenso in der "Kalkulationshilfe“ zu Lohnzusatzkosten. Eine betriebsindividuelle Prüfung zum Ansatz erübrigt sich zur gesetzlichen Vorgabe.
Analog zu den Lohnzusatzkosten erfolgt auch für die Gehaltszusatzkosten der Angestellten und Poliere ein Ansatz von 0,06 € je 100 € Gehaltssumme. Der Ausweis wird in der Regel innerhalb der Gemeinkosten in der Kalkulation berücksichtigt.
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