Buchhaltung / Rechnungswesen

Gehaltskosten im Baugewerbe

Die Gehaltskosten umfassen jene Kosten, die im Bauunternehmen insgesamt für die Angestellten anfallen und zwar sowohl für die technischen und kaufmännischen Angestellten als auch für die Poliere und Auszubildenden, die in der Geschäftsleitung, auf den Baustellen sowie in den Hilfs- und Nebenkostenstellen tätig und ggf. zu Normal-ARGEn abgeordnet sind.
Maßgebend dafür sind im Bauhauptgewerbe nach dem betrieblichen Geltungsbereich des Bundesrahmentarifvertrags für das Baugewerbe (BRTV-Baugewerbe) zunächst die Gehaltsgruppen, die im § 5 im "Rahmentarifvertrag für die Angestellten und Poliere des Baugewerbes (RTV-Angestellte im Baugewerbe)" für die einzelnen Gruppen jeweils mit Tätigkeitsmerkmalen detailliert für kaufmännische und technische Tätigkeiten ausgewiesen werden.
Daraus sowie mit Bezug auf die Arbeitszeit bestimmt sich die Bruttosumme der Gehälter. Die Vergütung kann nach den Entgelttarifverträgen – speziell den "Tarifverträgen zur Regelung der Gehälter und Ausbildungsvergütungen des Baugewerbes vom 17. September 2020“ differenziert nach den Tarifgebieten West, Ost sowie Berlin erfolgen. Im Ergebnis der Tarifrunde 2020 und des Schlichterspruchs steigen die tariflichen Gehälter im Bauhauptgewerbe ab 1. Januar 2021 im Tarifgebiet West und Berlin um 2,1 % und in Ost um 2,2 %. Die Laufzeit der Tarifverträge erstreckt sich bis zum 30. Juni 2021.
Weiterhin erhalten die Angestellten, Poliere und Auszubildenden noch folgende Vergütungen:
  • Wegstreckenentschädigung (WE) als pauschaler Zuschlag ab 1. Oktober 2020 für alle Angestellten und Poliere in Höhe von 0,5 % des Tarifgehaltes als beitragspflichtiges Entgelt zur Sozialversicherung.
  • Corona-Prämie im Baugewerbe zur Zahlung mit dem Novemberentgelt 2020 in Höhe von 500 € für die Angestellten und Poliere und von 250 € für die Auszubildenden steuer- und sozialversicherungsfrei, wenn im Zeitraum 1. Mai bis 30. November 2020 ein Arbeitsverhältnis bestand, bei Teilzeitbeschäftigung mit anteiliger Kürzung des Betrags.
  • Erhöhung der Ausbildungsvergütungen im Baugewerbe für die Auszubildenden ab 1. Januar 2021 in allen Tarifgebieten im 1. Ausbildungsjahr um 40 €, im 2. um 30 € und im 3. um 20 €.
Hinzugerechnet werden den Gehältern auch die:
  • Gehaltszusatzkosten (analog den Lohnzusatzkosten für gewerbliche Arbeitnehmer, z. B. als Arbeitgeberanteile für Sozialversicherung, Berufsgenossenschaft u. a.) und
  • Gehaltsnebenkosten (anlog den Lohnnebenkosten für gewerbliche Arbeitnehmer, z. B. für Fahrtkostenabgeltung bei Einsatz auf Baustellen, Wochenendheimfahrten u. a.) sowie evtl. zu zahlende Arbeitgeberanteile für Leistungen zur Vermögensbildung und Lohnzuschläge (z. B. für Nacht- und Sonntagsarbeit u. a.).
In der Baukalkulation finden die Gehaltskosten Berücksichtigung in den Zuschlägen bzw. Umlagen für Gemeinkosten (Baustellengemeinkosten und/oder Allgemeine Geschäftskosten). Sofern Gehaltskosten für Poliere mit in den Kalkulationslohn eingerechnet werden, können sie auch Bestandteil der Einzelkosten der Teilleistungen (EKT) sein.
Die Inhalte der Gehaltskosten entsprechen in der Baubetriebsrechnung den Aussagen im:
Hinsichtlich der Gehaltskosten liegt eine gesonderte Situation bei Einzelunternehmern und Personengesellschaften vor. Der Einzelunternehmer bzw. Bauhandwerksmeister als Inhaber ist kein Angestellter und folglich kein Gehaltsempfänger. In diesem Fall sollte ein vergleichbares Entgelt für die Tätigkeit des Inhabers als kalkulatorischer Unternehmerlohn in den Kosten geplant bzw. statistisch angesetzt werden, damit kalkulatorische Vergleichbarkeit zu betrieblichen Aussagen sowie bei der Baukalkulation gewahrt bleibt.
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