VOB C / ATV

Mengenermittlung

Die Mengenermittlung (auch synonym als Mengenberechnung oder Massenermittlung bezeichnet) hat das Ziel, die SOLL-Mengen bzw. IST-Mengen entsprechend der Gliederung des Leistungsverzeichnisses (LV) zusammenzustellen und nachvollziehbar mit strukturierten Berechnungsansätzen (z. B. REB 23.003) zu berechnen.
Die Mengenermittlung zu einer Baumaßnahme wird durch unterschiedliche Anforderungen geprägt, besonders auch im Hinblick der Komplexität, der anzuwendenden Methoden und Grundlagen, der Exaktheit, der verschiedenen Verantwortlichen u. a. Im zeitlichen Ablauf sind folgende Mengenermittlungen maßgebend:
  1. Mengenermittlung im Rahmen der Bauplanung bei der Aufstellung des Leistungsverzeichnisses nach der Leistungsphase 5 in der HOAI für die Berechnung der Soll- Mengen für die einzelnen Positionen im Leistungsverzeichnis, d. h. zeitlich vor dem Vertragsabschluss. Für diese Berechnungen sind keine verbindlichen Methoden vorgeschrieben, ebenfalls nicht die Regeln zur Abrechnung zu den einzelnen Gewerken nach der VOB, Teil C. Diese Aufgabe liegt in der Verantwortung der Bauplanung. In der Praxis gibt es dafür vielfältige Lösungen.
    Eine moderne und zugleich rationelle Methode liegt modellbasiert mit „ DBD-Kostenkalkül “ vor. Dabei wird zunächst ein Referenzmaß als Hintergrundbild (Bild- oder pdf-Datei) festgelegt und eingelesen. Über die unterlegte Grafik entstehen Kombinationen mathematischer Figuren. Deren Koordinaten dienen der Mengenermittlung nach Gauss-Elling. Dabei wird das Bauwerk als Gesamtprojekt in Projektbereiche, wie z. B. Geschosse, Dach, erdberührte Bauteile gegliedert. Nach der Kalkülmethode können nicht nur die Soll-Mengen bestimmt, sondern in der Folge auch zugeordnete Leistungen und Kosten, beispielsweise für erste Kostenberechnungen nach DIN 276-Kosten im Bauwesen bestimmt werden.
    Für die Mengenermittlung innerhalb der Bauplanung ist weiter wichtig, für die Leistungstexte der Positionen auch die richtigen Abrechnungseinheiten heranzuziehen, wie sie in DIN- Vorschriften der VOB/C jeweils unter Tz. 0.5 angeführt sind, beispielsweise in der DIN 18330 - Mauerarbeiten die Abrechnungseinheiten Flächenmaß (m²) für Mauerwerk, Raummaß (m³) für Schüttungen, Längenmaß (m) für gemauerte Schornsteine, Anzahl (Stück) für Fertigbauteile, Masse (kg, t) für Betonstahl.
  2. Mengenermittlung im Rahmen der Arbeitsvorbereitung des bauausführenden Unternehmens, beispielsweise für die Bestellung von Einbaustoffen wie Ziegel, Beton u. a. Grundlage bieten die im Leistungsverzeichnis der Ausschreibung angeführten Leistungsmengen. Diese müssen aber nicht unbedingt mit den voraussichtlich erforderlichen Bestellmengen übereinstimmen. Die eigene Überprüfung des bauausführenden Unternehmens ist zu empfehlen.
  3. Mengenermittlung im Rahmen der Ermittlung der Ist- Mengen als tatsächlich ausgeführte Leistungsmengen. Die Ist-Mengen werden für die Endabrechnung bzw. Rechnungslegung (Abschlagsrechnungen, Schlussrechnung) benötigt. Grundlage dafür bietet ein Aufmaß. Dafür gelten die Festlegungen in § 14 der VOB, Teil B sowie die Abrechnungsvorschriften in der VOB, Teil C für die einzelnen Bauarbeiten bzw. Gewerke. Die vorgegebenen Regeln sind bindend für das Aufmaß und die Abrechnung, wenn im Bauvertrag nichts Gegenteiliges festgelegt wurde. Unterschiede in den Mengen nach 1., 2. und 3. können beispielsweise auch dadurch bedingt sein, dass nach den Regeln in der VOB/C bei Bauleistungen bestimmte Übermessungen und die daraus resultierenden Mengen vergütungspflichtig sind und somit zur den Ist-Mengen zählen.
    Das gilt grundsätzlich für Bauverträge, die als Einheitspreisverträge gestaltet sind. Entspricht die ausgeführte Bauleistung den Zeichnungen, so können diese herangezogen werden. Dann wird vom zeichnerischen Aufmaß gesprochen. Damit wird bezweckt, den Aufwand für Aufmaße möglichst gering zu halten.
    Sollen der Mengenermittlung zu den Ist-Mengen die Regelungen zur elektronischen Bauabrechnung – REB – zugrunde gelegt werden, bedarf es vorher einer Vereinbarung zwischen den Vertragspartnern.
08.07.2019
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VDI-Richtlinie
Ausgabe 2013-10
Diese Richtlinie gilt für Tätigkeiten mit Schadstoffen bei Abbruch-, Sanierungs-, Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten in baulichen und technischen Anlagen. Sie gilt für das Entfernen, Beschichten und räumliche Trennen von Schadstoffen sowie die Ber...
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