Bauberichterstattung / Statistik

Erzeugerpreisindex

Der Erzeugerpreisindex misst die in Deutschland erzeugten und im Inland verkauften Produkte, speziell der Erzeugerpreisindex für industrielle Produkte die durchschnittliche Preisentwicklung von Rohstoffen und Industrieerzeugnissen. Im Rahmen der industriellen Produkte werden auch für ca. 70 Baumaterialien und andere für Baubetriebe wichtige Waren vom Statistischen Bundesamt Preiskennziffern über die Entwicklung der Baumaterialpreise veröffentlicht.
Die Bezugsgröße für die Indizes der Erzeugerpreise ist die Summe aller gewerblichen Inlandsumsätze, womit der Absatz industrieller Güter an inländische Abnehmer anderer Wirtschaftsstufen als auch die Umsätze zwischen gewerblichen Unternehmen preisstatistisch erfasst werden. Die Erzeugerpreise werden monatlich - am 15. des Berichtsmonats - erhoben. Sie repräsentieren folglich nicht den Durchschnittswert eines Monats. Zur Form der statistischen Erfassungsmethoden werden vom Statistikamt Hinweise und Angaben zu den Veröffentlichungen in der Fachserie 17, Reihe 2 gegeben.
Den ermittelten Preisen als Erzeugerpreisindizes der industriellen Produkte und Baumaterialien liegen Transaktionspreise zugrunde, jeweils keine Listenpreise und ohne Umsatzsteuer, ggf. aber einschließlich von Verbrauchsteuern (z. B. Mineralölsteuer) und ggf. andere gesetzliche Abgaben.
Neben dem Preisindex für industrielle Produkte werden auch Erzeugerpreisindizes für die Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Großhandel, bestimmte Dienstleistungen sowie für das Baugewerbe berechnet, weiterhin auch der:
  • Preisindex für Einfamilienfertighäuser, die aus vorgefertigten Modulen in Holzrahmenbauweise hergestellt werden,
  • Baukostenindex für Wohngebäude, insbesondere zur Entwicklung der Preise der von den Bauunternehmen beim Bau von Wohngebäuden eingesetzten Produktionsfaktoren wie Baumaterialien und Löhne,
  • Erzeugerpreisindex für Baumaschinen, beispielsweise für die Anwendung zur Anpassung der mittleren Neuwerte für Baumaschinen auf Preisbasis 2020 in der Baugeräteliste (BGL) 2020 auf ein aktuelles Preisniveau,
  • Erzeugerpreisindex für Architektur- und Ingenieurdienstleistungen zur Entwicklung der Preise der Architektur- und Ingenieurbüros für die Planung von Bauleistung einschließlich von Leistungen für die Überwachung der Bauausführung.
Der Erzeugerpreisindex bzw. dessen Teilindizes werden häufig in Wirtschaftsverträgen zur Anpassung von wiederkehrenden Zahlungen (Wertsicherungsklauseln) verwendet, so z. B. auch bei der möglichen Anwendung von Stoffpreisgleitklauseln für Bauleistungen in Bauverträgen.
Die vom Statistischen Bundesamt monatlich herausgegebenen Erzeugerpreisindizes zu Produkten werden alle 5 Jahre angepasst. Nach der vorherigen Umstellung auf das Basisjahr 2010 = 100 erfolgte zuletzt die Anpassung auf das neue Basisjahr 2015 = 100 und zugleich eine Umstellung auf ein neues Wägungsschema zur Gewichtung von Teilindizes bei der Berechnung eines Gesamtindex. Die vorherigen Indizes haben damit ihre Gültigkeit verloren.
Bezüglich der Baustoffe als Produkte liegen Veränderungen bei den Stahlpreisindizes vor. Seine Gültigkeit hat die Position "Betonstahl mit Stäben" behalten, jedoch mit einer neuen Nummer 2410 62 100 (alt 2410 02 410) zum neuen Basisjahr 2015 = 100. Weggefallen sind einige Nummern wie zu Breitflachstahl, Formstahl aus unlegiertem Stahl u. a. Die gesamten neuen Datenbestände sowie auch die alten Bestände auf Basis 2010 = 100 stehen in ELVIRA (Statistische Datenbank des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie) abrufbar bereit.
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