Baukalkulation / Angebot / Nachträge

Soziallöhne

Die Soziallöhne umfassen die gesetzlich sowie tariflich bedingten Lohnzahlungen ohne adäquate Arbeitsleistung für die gewerblichen Arbeitnehmer im Bauunternehmen.
Dabei handelt es sich im Einzelnen beispielsweise um Lohnzahlungen für Tage wie:
  • Feiertage,
  • tarifliche und gesetzliche Ausfalltage mit Bezug auf § 4 im Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe (BRTV-Baugewerbe), z. B. für Freistellungen für Arztbesuche, Freistellungen aus familiären Gründen, Freistellungen für Behördengänge, Freistellungen zur Ausübung von Ehrenämtern u. a.
  • Ausfalltage abgeleitet aus Betriebsverfassungsgesetz, Arbeitnehmerweiterbildungsgesetz, Sozialgesetzbuch III u. a.,
  • Krankheitstage mit Lohnfortzahlungsanspruch,
  • 13. Monatseinkommen im Baugewerbe (im Tarifgebiet Westdeutschland),
Die Soziallöhne gelten zusammen mit den Grundlöhnen als Basis für die Sozialkosten bei der Berechnung des Zuschlagsatzes für die Lohnzusatzkosten der gewerblichen Arbeitnehmer im Bauhauptgewerbe. Sie werden bei der Bestimmung des Kalkulationslohns für die Angebotskalkulation berücksichtigt.
In der Musterrechnung des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB) für die Berechnung des Zuschlagssatzes für die Lohnzusatzkosten werden die Soziallöhne im Abschnitt 2.1 ausgewiesen, jedoch ohne Differenzierung des Anteils mit und ohne den Umlagebetrag für die ULAK (Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft). In den Berechnungen für das Bauhauptgewerbe zum Stand 1. März 2019 umfassen die Soziallöhne mit Bezug auf den Grundlohn in:
  • Ostdeutschland = 37,29 % und
  • Westdeutschland = 38,66 %.
In den unter Downloads aufrufbaren Berechnungsformularen wird bei den Grundlöhnen in 2 Spalten differenziert nach den Anteilen an den Soziallöhnen jeweils mit und ohne ULAK. Nicht alle Bau-Gewerke unterliegen dem Verfahren zu den Sozialkassen der Bauwirtschaft, wonach ein festgelegter Prozentsatz mit Bezug auf die betriebliche Bruttolohnsumme als Solidarbeitrag abzuführen und anschließend für die Urlaubsentgelte und Ausbildungskosten umverteilt zu verwenden ist.
Beispielsweise sind Unternehmen des Dachdeckerhandwerks, Maler- und Lackiererhandwerks (Malerkasse), Gerüstbauhandwerks in eigenständige Sozialkassen sowie unterschiedlichen Beitragssätzen für die Urlaubsabgeltung eingebunden.
Weitere Baugewerbe und Betriebe zahlen das Urlaubsentgelt unmittelbar an die Beschäftigten ohne Verrechnung nach vorheriger Umlage, d. h. als direkte Soziallöhne. Bei der Bestimmung des Zuschlagssatzes für die Lohnzusatzkosten ist dies zu berücksichtigen, weil sich danach unterschiedliche Ergebnisse mit oder ohne ULAK darstellen. In den Berechnungsformularen werden deshalb auch eine Zwischensumme 1 nach der Position 2.1.3 und danach die Anteile der Soziallöhne mit und ohne ULAK ausgewiesen.
08.06.2019
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