Lohn / Tarif / Rente

Grundlöhne

In der Baupraxis ist teils noch die Bezeichnung Grundlohn anzutreffen, teils jedoch mit unterschiedlichen Aussagen, beispielsweise
  • als Mittellohn (ML) A bzw. AP wie in den ergänzenden Formblättern Preis (EFB-Preis) 221 und 222 nach Vergabehandbuch (VHB-Bund, Ausgabe 2017) in Zeile 1.1 aufgeführt,
  • als Grundmittellohn als Mittelwert aus den Tariflöhnen (Gesamttarifstundenlöhnen-GTL) einer Kolonnenzusammensetzung, jedoch ohne Einbeziehung der lohngebundenen Zuschläge,
  • als Stundenlohn als Entgelt bzw. Lohn je produktive Stunde an einen gewerblichen Arbeitnehmer gemäß Arbeitsvertrag gezahlt wird, meistens in jenen Fällen, wenn keine tarifliche Entlohnung bzw. kein Bezug zu einem Entgelttarifvertrag des Baugewerbes zugrunde liegt.
Letztere Aussage ist aber nicht in Verbindung zu Stundenlohnarbeiten nach § 15 in VOB, Teil B zu sehen, da deren Vergütung zu einem Stundenverrechnungssatz als Preisausdruck für eine Lohnstunde heranzuziehen wäre.
Die Grundlöhne sind die Basis für den Zuschlagssatz der Lohnzusatzkosten und dessen betriebsindividueller Bestimmung.
Nach dem Muster des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie e. V. zur Berechnung des Zuschlagsatzes für Lohnzusatzkosten umfassen die Grundlöhne
  • Tariflöhne und Bauzuschlag (Gesamttarifstundenlöhne),
  • Leistungs- und Prämienlöhne,
  • übertarifliche Bezahlung,
  • Überstunden-, Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeitslöhne,
  • Erschwerniszuschläge,
  • vermögenswirksame Leistungen, soweit die Arbeitnehmer nicht die tarifliche Zusatzrente in Anspruch nehmen.
Diese Aussage entspricht dem oben angeführten sowie in Zeile 1.1. in den Formblättern Preis 221 und 222 auszuweisendem Mittellohn (ML).
In den aufrufbaren Berechnungsformularen wird bei den Grundlöhnen in 2 Spalten differenziert nach den Anteilen an den Soziallöhnen jeweils mit und ohne ULAK. Nicht alle Baugewerke unterliegen dem Verfahren zu den Sozialkassen der Bauwirtschaft, wonach ein festgelegter Prozentsatz mit Bezug auf die betriebliche Bruttolohnsumme als Solidarbeitrag abzuführen und anschließend für die Urlaubsentgelte und Ausbildungskosten umverteilt zu verwenden ist.
Beispielsweise sind Unternehmen des Dachdecker-, Glaser- und Malerhandwerks nicht in das ULAK-Verfahren eingebunden. Diese Betriebe zahlen das Urlaubsentgelt unmittelbar an die Beschäftigten ohne Verrechnung nach vorheriger Umlage, d.h. als direkte Soziallöhne. Bei der Bestimmung des Zuschlagsatzes für die Lohnzusatzkosten ist dies zu berücksichtigen, weil sich danach unterschiedliche Ergebnisse mit oder ohne ULAK darstellen. In den Berechnungsformularen werden deshalb auch eine Zwischensumme 1 nach der Position 2.1.3 und danach die Anteile der Soziallöhne mit und ohne ULAK ausgewiesen.
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