Baukalkulation / Angebot / Nachträge

Kostenkennwert

Der Kostenkennwert stellt das Verhältnis von Kosten zu Bezugseinheiten wie Flächen und Rauminhalten dar. Man spricht synonym auch von Kostenrichtwerten und Preiskennzahlen.

Was ist ein Kostenkennwert?

Ein Kostenkennwert ist in der Regel ein Flächen- oder Raumkennwert. Er drückt als Beziehungszahl ein Verhältnis von Kosten (speziell der Baukosten im Sinne des Baupreises als Investitionskosten) zu den Bezugseinheiten wie Flächen und Rauminhalte aus.
In der Baupraxis wird auch von Kostenrichtwerten und Preiskennzahlen gesprochen. Praktisch stellen sie gebündelte Erfahrungswerte dar. Wichtig ist vor allem die Vergleichbarkeit von Kostenkennwerten. Voraussetzung ist dafür eine einheitliche Verwendung von Mengen und Bezugseinheiten.
In der DIN 276 – Kosten im Bauwesen (Ausgabe Dezember 2018) wird von Kostenkennwerten gesprochen.

Grundlagen für Kostenkennwerte

Grundlage für die Ableitung von Kostenkennwerten liefern:
Speziell hierzu werden in den beigefügten Tabellen der DIN 276 Bezugseinheiten zu Kosten für Kennwerte zur Baukostenermittlung empfohlen, und zwar differenziert zu den einzelnen Kostengruppen nach DIN 276 und zugehörigen Positionen in den Ebenen der Untergliederung.
Kostenkennwerte werden verwendet, um die Baukosten möglichst genau zu ermitteln.
Kostenkennwerte werden verwendet, um die Baukosten möglichst genau zu ermitteln. Bild: © f:data GmbH

Beispiele für Kostenkennwerte

Aus den Grundlagen lassen sich folgende wichtige Kostenkennwerte ableiten:

Anwendung von Kostenkennwerten

Kostenkennwerte finden Anwendung in der Bauplanung jeweils in den einzelnen Stufen der Kostenermittlung nach DIN 276 mit Bezug auf § 2 der HOAI wie für:

Kalkulation mit Kostenkennwerten

Bei sich oft wiederholenden Bauwerken bzw. Bauwerksteilen – beispielsweise im Wohnungsbau – ist durchaus eine Kalkulation für Angebote mit Raum- und Flächenkennwerten möglich und aussagefähig, wenn sich die Kennwerte auf Grundlage umfangreicher Erfahrung und bereits ausgeführten Bauvorhaben ableiten.
Eine darauf basierende Kalkulation stellt die Kennzahlenkalkulation dar. Dabei wird auf Grundlage von zusammengefassten Preis- und / oder Kostenkennwerten in Euro mit Bezug auf Rauminhalte und Flächen kalkuliert, beispielsweise je m³ Brutto-Rauminhalt (BRI) oder m² Brutto-Grundfläche (BGF) o. a. Dafür hat in den letzten Jahrzehnten besonders die Architektenkammer Baden-Württemberg mit den "BKI-Objektdaten" sowie "BKI-Baukosten für Gebäude, Bauelemente und Positionen" mit der Dokumentation vieler Objekte Aussagen geliefert.

Beispiele unterstützender Software

Mehr Informationen zur Baukostenermittlung mit nextbau finden Sie hier. Damit ist beispielsweise eine Differenzierung der Kostenberechnung bis zur Tiefe der Teilleistungen möglich, wie sie in späteren Phasen der Bauplanung annähernd auch in einem Leistungsverzeichnis zugrunde liegt.
Eine weitere Qualifizierung ist mit einer modellbasierten Ausschreibung möglich, sinnvoll zugleich mit einer nachfolgenden Kalkulation. Die ist beispielsweise mit der Software DBD-KostenKalkül möglich.
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