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Kostenkennwert

Ein Kostenkennwert ist in der Regel ein Flächen- oder Raumkennwert. Er drückt als Beziehungszahl ein Verhältnis von Kosten (speziell der Baukosten im Sinne des Baupreises als Investitionskosten) zu den Bezugseinheiten wie Flächen und Rauminhalte auf Grundlage der DIN 277- 1- Grundflächen und Rauminhalte (Hochbau) der Ausgabe Januar 2016 aus, wie z. B. Kosten der Baukonstruktion in € je m³ Brutto-Rauminhalt (BRI) u. a. In der Baupraxis ist vor allem die Vergleichbarkeit von Kostenkennwerten wichtig. Voraussetzung ist dafür eine einheitliche Verwendung von Mengen und Bezugseinheiten.
In der DIN 276 - Kosten im Bauwesen (Ausgabe Dezember 2018) wird synonym von Kostenkennwerten gesprochen, in der Baupraxis weiterhin auch von Preiskennzahlen. Sie finden Anwendung meistens für die einzelnen Stufen der Kostenermittlung nach DIN 276 wie für den Kostenrahmen nach DIN 276, der Kostenschätzung nach DIN 276 (in der Leistungsphase 2) sowie Kostenberechnung nach DIN 276 (in der Leistungsphase 3) mit Bezug auf § 2 der HOAI. Speziell hierzu werden in den beigefügten Tabellen der DIN 276 Bezugseinheiten zu Kosten nach DIN 276 für Kennwerte zur Baukostenermittlung empfohlen, und zwar differenziert zu den einzelnen Kostengruppen nach DIN 276 und zugehörigen Positionen in den Ebenen der Untergliederung.
Bei sich oft wiederholenden Bauwerken bzw. Bauwerksteilen - im Wohnungsbau anzutreffen - ist durchaus eine Kalkulation für Angebote mit Raum- und Flächenkennwerten möglich und aussagefähig, wenn die Kennwerte auf umfangreicher Erfahrung und bereits ausgeführten Bauvorhaben basieren.
Eine darauf basierende Kalkulation stellt die Kennzahlenkalkulation dar. Dabei wird auf Grundlage von zusammengefassten Preis- und/oder Kostenkennwerten in € mit Bezug auf Rauminhalte und Flächen kalkuliert, beispielsweise je m³ Brutto-Rauminhalt (BRI) oder m² Brutto-Grundfläche (BGF) o. a. Dafür hat in den letzten Jahrzehnten besonders die Architektenkammer Baden-Württemberg mit den "BKI-Objektdaten" sowie "BKI-Baukosten für Gebäude, Bauelemente und Positionen" mit der Dokumentation vieler Objekte Aussagen geliefert. Noch detailliertere Aussagen sind auf Grundlage der Bausoftware " nextbau " der Firma f:data GmbH zu erzielen, da sie beispielsweise eine Differenzierung der Kostenberechnung bis zur Tiefe der Leistungspositionen gestattet wie sie in späteren Phasen der Bauplanung annähernd einem Leistungsverzeichnis zugrunde liegt.
Eine weitere Qualifizierung ist mit einer modellbasierten Ausschreibung möglich, sinnvoll zugleich mit einer nachfolgenden Kalkulation. Die ist beispielsweise mit der Software DBD-KostenKalkül möglich.
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Aktuelle Normen und Richtlinien zu "Kostenkennwert"

DIN-Norm
Ausgabe 2008-12
Diese Norm gilt für die Ermittlung und Gliederung von Kosten im Hochbau. Sie erfasst die Kosten für Maßnahmen zur Herstellung, zum Umbau und zur Modernisierung der Bauwerke sowie die damit zusammenhängenden Aufwendungen. Sie legt Begriffe und Untersc...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2005-04
In dieser Norm sind Bezugseinheiten für Kostengruppen nach DIN 276 festgelegt. Sie dient somit der Kostenplanung, zur Bildung von Kostenkennwerten und dem Vergleich von Bauwerken....
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2008-02
Diese Norm, die der Ermittlung von Nutzungskosten im Hochbau dient, legt den Begriff "Nutzungskosten im Hochbau" fest und enthält eine Kostengliederung..Für diese Norm ist der Arbeitsausschuss NA 005-01-06 AA "Nutzungskosten im Hochbau" des NABau zus...
- DIN-Norm im Originaltext -

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