VOB A

Angebotsabgabe

Mit einem Angebot erklärt sich ein Bauunternehmen als Bieter bereit, für die ausgeschriebene Leistung gemäß der Vergabeunterlagen bzw. Baubeschreibung in einer vorgegebenen Frist einen Angebotspreis vorzulegen. Der Bauherr bzw. Auftraggeber kann bestimmen, wie das Angebot einzureichen ist. Für einen Bauvertrag nach BGB und einen Verbraucherbauvertrag sind dafür keine Vorschriften vorbestimmt.
Demgegenüber gelten für öffentliche Bauaufträge die Regelungen in der VOB Teil A, so:
Ist die Abgabe eines Angebots durch den Bieter beabsichtigt, dann wird er gebeten, die Vergabestelle baldmöglichst davon zu unterrichten, außer bei einer öffentlichen Ausschreibung.
Die Form der Angebotseinreichung wird der Auftraggeber festlegen. Schriftlich eingereichte Angebote müssen unterzeichnet sein. Seit 19. Oktober 2018 ist die Abgabe für Aufträge bei Erreichen der Schwellenwerte nur noch elektronisch möglich. Elektronisch übermittelte Angebote sind bei Verlangen des Auftraggebers mit einer fortgeschrittenen oder qualifizierten elektronischen Signatur zu versehen. Bei elektronischer Angebotsübermittlung in Textform sind der Bieter und die zur Vertretung des Bieters berechtigte natürliche Person zu benennen.
Für die Einreichung bei öffentlichen Bauaufträgen werden in den Vergabe- und Vertragshandbüchern Formblätter und zu beachtende Aussagen in zugeordneten Richtlinien, teils Vordrucke und teils Muster unter Berücksichtigung der Aktualisierungen in der VOB/A (2019) vorgegeben, so zu Baumaßnahmen im:
  • Hochbau nach Vergabe- und Vertragshandbuch (VHB-Bund, Ausgabe 2017- Stand 2019) die Formblätter und Richtlinien 211 (Anforderung zur Abgabe eines Angebots), 211 EU und 211 VS sowie das Formblatt 213 - Angebotsschreiben - als einheitliche Fassung sowie speziell auch für Lose, wonach neu in 211 unter
    • Nr. 5 Regelungen über die Zulassung von mehr als einem Hauptangebot angeführt werden,
    • Nr. 7 die Aufnahme von Feldern für die Abgabe von Zuschlagskriterien erfolgte,
    • Nr. 8 auf die Angabe der natürlichen Person, die die Angebotserklärung abgibt, verzichtet wird, aber ersichlich sein muss, von welchem Bieter das Angebot eingereicht wird,
  • Straßen- und Brückenbau nach HVA B-StB die textlichen Aussagen im Teil 1 unter Tz. 1.2 (Nr. 1 bis 6) und der zugeordnete Vordruck als Angebotsschreiben sowie ebenfalls speziell für Lose.
Vermerkt wird in den Formblättern zugleich, welche Unterlagen
  • mit dem Angebot abzugeben und
  • auf Verlangen der Vergabestelle vorzulegen sind.
Der Auftraggeber kann neu
  • nach jeweils § 8 Abs. 2, Nr. 5 in den Abschnitten 1 bis 3 der VOB/A an zentraler Stelle in den Vergabeunterlagen vermerken, welche Unterlagen vorzulegen
  • auch angeben, dass er nach jeweils § 16a in den Abschnitten der VOB/A keine Nachforderung von Unterlagen zum betreffenden Vergabeverfahren vorgesehen wird.
Ebenfalls neu wurde im VHB- Bund (2019) das Formblatt 216 - Verzeichnis der im Vergabeverfahren vorzulegenden Unterlagen - aufgenommen. Es bietet den Bauunternehmen praktisch eine Checkliste über alle vorzulegenden Unterlagen zum Angebot. Über detailliertere Angaben sei auf Aussagen unter Vergabeunterlagen verwiesen.
29.10.2019
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