Normen

Gerüste nach 2-m-Regelung

Für die meisten Bauarbeiten und Gewerke im Hoch- und Ausbau galt nach den ATV (Allgemeine Technischen Vertragsbedingungen für Bauleistungen) bzw. DIN-Vorschriften im Teil C der VOB 2012 als Abgrenzung zwischen Gerüsten als Nebenleistungen und Gerüsten als Besondere Leistungen die sogenannte "2-m-Regelung". Daraus ableitend war in der Bauausführung die Höhe der Arbeitsbühnen bis 2 m Höhe über Gelände oder Fußboden als Gerüstbezugsgröße maßgebend, nicht jedoch die Höhe des Arbeitsbereichs. In diesen Fällen waren die Gerüste ohne Abrechnung und Aufmaß sowie ohne Vergütung vom Auftragnehmer sowohl auf- und abzubauen als auch für die Nutzungsdauer vorzuhalten.
Diese Aussage führte in der Baupraxis oft zu Unklarheiten bei der Abrechnung von Gerüsten für die eigene Bauleistung in Treppenhäusern, bei unebenem Gelände u. a. Deshalb war es notwendig, die 2-m-Regelung auf ihre Transparenz zu prüfen. Praktische Erwägungen sprechen dafür, nicht vordergründig die Höhe des Gerüstes, sondern mehr die Arbeitshöhe bzw. Höhenlage der zu bearbeitenden Fläche bzw. des herzustellenden Bauteils (beispielsweise 3,50 m) als Maßstab heranzuziehen.
In den Gewerken mit aktualisierten DIN-Vorschriften im Ergänzungsband 2015 zur VOB/C erfolgte eine Anpassung der 2-m-Regelung mit einer präzisierten Aussage, beispielsweise in der DIN 18350 - Putz- und Stuckarbeiten (Ausgabe August 2015) - zu:
  • Nebenleistungen unter Tz. 4.1.1: Auf-, Um- und Abbauen sowie Vorhalten von Gerüsten für eigene Leistungen, sofern die zu bearbeitende oder zu bekleidende Fläche nicht höher als 3,50 m über der Standfläche des hierfür erforderlichen Gerüstes liegt.
  • Besonderen Leistungen unter Tz. 4.2.6: Auf-, Um- und Abbauen sowie Vorhalten von Gerüsten für eigene Leistungen, sofern die zu bearbeitende oder zu bekleidende Fläche höher als 3,50 m über der Standfläche des hierfür erforderlichen Gerüstes liegt.
Da im Ergänzungsband zur VOB 2015 keine Aktualisierungen zu den ATV DIN der Ausbau-Gewerke erfolgte, wurde die Anpassung der Regelungen mit Bezug auf die Höhe des Arbeitsbereichs von bis 3,50 m als Maßstab für Nebenleistungen oder größer als 3,50 m als Merkmal für Besondere Leistungen mit den Neu-Ausgaben der ATV DIN der Ausgaben September 2016 in der VOB 2016, Teil C vorgenommen. Die aktualisierten Regelungen sind bei öffentlichen Bauaufträgen ab 1. Oktober 2016 mit Bezug auf den Einführungserlass des BMUB vom 9. September 2016 zur VOB 2016 anzuwenden. Damit entfällt künftig bei allen ATV DIN die vorherige "2-m-Regelung".
Die aktualisierten Regelungen zu Gerüsten im Sinne von Arbeitsbühnen gelten unabhängig von den Regeln für die Abrechnung und das Aufmaß von Gerüsten nach Tz. 5 – Abrechnung – in der DIN 18451 – Gerüstarbeiten (Ausgabe September 2016) – als eigenständige ATV in der VOB 2016, Teil C.
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18.11.2016
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