Baubetrieb/Bauunternehmen

Risiko

Risiko wird allgemein definiert als Ausmaß, in dem die Erreichung definierter Ziele und die Umsetzung von Strategien gefährdet und/oder beeinflusst sind. Praktisch ist es die potenzielle negative oder positive Abweichung von einem definierten Ziel. Das Risiko kann sowohl mit körperlichen als auch sachlichen Schäden als Folge verbunden sein.
Im Bauunternehmen können bei der Ausführung von Bauleistungen Risiken in vielfältiger Art und Weise in Erscheinung treten. Zu verweisen ist zunächst auf Kalkulationsrisiken, die sich aus den Besonderheiten der Bauwirtschaft ableiten, beispielsweise einer Einzelfertigung von Bauwerken und baulichen Anlagen als Unikate, von Witterungseinflüssen in der Bauausführung u. a.
Sie können auch extern begründet sein, z. B. aus einer nicht eindeutigen Leistungsbeschreibung der auszuführenden Bauleistung herrühren.
Risiken werden in der Regel mit Aufwendungen verbunden sein, speziell "Risikokosten" verursachen. Sie müssen im betrieblichen Bauprozess zunächst erkannt werden, um sie mindern zu können. Dafür bieten sich aus Erfahrungen aufbereitete betriebs- und ggf. bauprojekt- bzw. bauwerksbezogene Checklisten an. Speziell zu den Risikoarten - Kunden-, Vertrags- und Ausführungsrisiken - sei hierzu verwiesen auf die Aussagen im Abschnitt 2.6.4 in der als überarbeitete 8. Auflage 2016 erschienenen Publikation "KLR-Bau/ Kosten-, Leistungs- und Ergebnisrechnung der Bauunternehmen", herausgegeben von den Bauverbänden (HDB und ZDB) in der Verlagsgesellschaft Rudolf Müller, Köln.
So wie einerseits Risiken mit Kosten einhergehen können, sind sie zum anderen im gewissen Umfang auch im Baupreis zu berücksichtigen. Sie finden dann ihren Ansatz bei der Angebotskalkulation unter dem Kalkulationselement Wagnis in Verbindung mit einem Ansatz für Gewinn. Zu differenzieren ist dabei in den einheitlichen Formblättern Preise ( EFB-Preis ) 221 und 222 (unter den Tz. 2.3.2 und 2.3.3) nach Vergabe- und Vertragshandbuch (VHB-Bund, Ausgabe 2017) nach betriebsbezogenem Wagnis als Ausdruck für das "allgemeine Unternehmensrisiko" und einem leistungsbezogenen Wagnis.
Mit besonderer Aufmerksamkeit sind die Risiken in der Führung und Organisation des Bauunternehmens insgesamt zu betrachten. Zur Sicherung der Wirtschaftlichkeit für das Unternehmen bedarf es eines Risikomanagements, einerseits als umzusetzendes Controlling einschließlich der operativen internen Revision als Überwachung aller wirtschaftlichen Vorgänge und zum anderen ein Frühwarnsystem. Empfehlungen für die Herangehensweise liefert auch die neue Ausgabe der DIN ISO 31000.
Geht ein Bauunternehmen in die Insolvenz, dann ergab sich als Erkenntnis, dass die Unternehmensleitung sich über die möglichen Risiken ungenügend bewusst war bzw. vorbeugende Risikoansätze nicht in notwendigem Maße erfolgten.
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22,15 €/m2
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Zeitansatz: 0,057 h/m2 (3 min/m2)
Region Preisangaben netto (ohne USt.) für Region: Kitzingen
Weitere Leistungen mit regionalen Baupreisen:
Baupreislexikon
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Aktuelle Normen und Richtlinien zu "Risiko"

DIN-Norm
Ausgabe 2008-02
Diese Norm, die der Ermittlung von Nutzungskosten im Hochbau dient, legt den Begriff "Nutzungskosten im Hochbau" fest und enthält eine Kostengliederung..Für diese Norm ist der Arbeitsausschuss NA 005-01-06 AA "Nutzungskosten im Hochbau" des NABau zus...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2019-05
Diese Norm legt das Verfahren fest zur Klassifizierung des Brandverhaltens von Bauprodukten einschließlich der Bauprodukte innerhalb von Bauteilen, ausgenommen Starkstromkabel und –leitungen, Steuer- und Kommunikationskabel, die von EN 13501-6 erfass...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2008-12
Diese Norm gilt für die Ermittlung und Gliederung von Kosten im Hochbau. Sie erfasst die Kosten für Maßnahmen zur Herstellung, zum Umbau und zur Modernisierung der Bauwerke sowie die damit zusammenhängenden Aufwendungen. Sie legt Begriffe und Untersc...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2010-12
Diese Norm beinhaltet die Beurteilung von unfallbedingten Einwirkungen, die aus menschlichen Aktivitäten herrühren, einschließlich Anprall von Fahrzeugen, Schiffen, entgleisten Zügen an Tragwerken und Hubschraubern auf Dächern sowie Gasexplosionen in...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 1998-05
Diese Norm legt brandschutztechnische Begriffe, Anforderungen, Prüfungen und Kennzeichnungen für Baustoffe fest. Sie gilt für die Klassifizierung des Brandverhaltens von Baustoffen zur Beurteilung des Risikos als Einzelbaustoff und im Verbund mit and...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2018-03
Diese Norm legt die Spezifikationen für geometrische dreidimensionale und zweidimensionale Modelle von Wärmebrücken zur numerischen Berechnung von Wärmeströmen zur Abschätzung der Gesamtwärmeverluste eines Gebäudes oder Gebäudeteils und der niedrigst...
- DIN-Norm im Originaltext -

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Feuerwehr-Schlüsseldepot DIN 14675, FSD 3 (hohes Risiko), für einen überwachten Schlüssel, Schließzylinder wird vom AG beigestellt, Gehäuse aus nichtrostendem Stahl, zum Einbau in Montagesäule, Montagesäule wird gesondert vergütet....
Abrechnungseinheit: St
Weitere Leistungsbeschreibungen:
STLB-Bau Ausschreibungstexte
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Verwandte Fachbegriffe

Risikomanagement
Das Risikomanagement umfasst im Allgemeinen alle Maßnahmen und organisatorischen Regelungen für die Erfassung, Dokumentation, Analyse und Auswertung von Risiken im Unternehmen, speziell auch im Bauunternehmen. Als Elemente gehören dazu: das Controll...
Wetterrisikoversicherung
Mit einer Wetterrisikoversicherung soll ein wetterbedingter Mehrkostenaufwand zuverlässig abgesichert werden. Dafür bietet die HDI Gerling Industrieversicherung AG das Produkt KLIMArisk als Wetterrisikoversicherung an. Sie soll das Bauunternehmen sch...
Kostenrisiko
Bauen ist ein Projektgeschäft und es gibt immer Kostenrisiken. Diese auszuschalten, zum Beispiel über einen Generalunternehmer / Schlüsselfertiganbieter, hat auch seinen Preis. Dieser besteht nicht nur in einem gewissen Zuschlag, der im angebotenen P...
Vergütungsanpassung bei Pauschalsummen
Wird im Bauvertrag eine Pauschalsumme für die Bauleistung vereinbart, so bleibt diese Vergütung im Grunde unverändert. Ist jedoch bei erheblichen Leistungsänderungen ein Festhalten an der Pauschalsumme für einen oder beide Vertragspartner nach Treu u...
Konzessionen
Als Konzessionen gelten nach § 105 Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) entgeltliche Verträge, mit denen ein oder mehrere Konzessionsgeber ein oder mehrere Unternehmen mit der: Beauftragung von Bauleistungen (Baukonzessionen) betrauen oder, ...
Ratingstufen
Die Ergebnisse aus einem Rating werden allgemein in Ratingstufen bzw. mit Ratingsymbolen ausgedrückt. Dabei werden die verschiedenen Risikofaktoren erfasst, eingeschätzt, gewichtet und danach die Bewertung in einer vorher festgelegten Skala vorgenomm...
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