Baubetrieb/Bauunternehmen

Materialwirtschaft im Bauunternehmen

Die Materialwirtschaft umfasst im Bauunternehmen folgende Aufgaben und Tätigkeiten:
  • Ermittlung des Materialbedarfs auf Grundlage der Bauausschreibungen, Leistungsverzeichnisse und Massenauszüge der Arbeitsvorbereitung,
  • Beschaffung des Materials entsprechend des technisch, technologisch und wirtschaftlich begründeten Materialbedarfs nach Menge, Sortiment, Qualität und Terminen,
  • Planung, Lagerung und Verwaltung der betrieblichen Materialvorräte einschließlich einer rationellen Materialbewegung im Bauunternehmen, insbesondere für die Baustellen,
  • Gewährleistung und Sicherung eines rationellen und effektiven Materialverbrauchs und dessen Erfassung und Nachweisführung.
Die Materialwirtschaft ist eine komplexe Aufgabe. Der Gewinn des Bauunternehmens wird wesentlich durch den effektiven Materialeinsatz und –verbrauch sowie bereits mit der Beschaffung bzw. dem Einkauf des Materials bestimmt. Nur ein Prozent billiger einzukaufen, wirkt sich auf die Wettbewerbsfähigkeit und den Gewinn aus.
Der Materialwirtschaft im Bauunternehmen kommt mit Einführung der neuen Bauproduktenverordnung (BauPVO) weiter zunehmende Bedeutung zu. Die BauPVO trat am 24. April 2013 in Kraft und ersetzt die bisherigen Regelungen im Bauproduktengesetz, einige Teile sind erst seit 1. Juli 2013 wirksam. Für die Materialien bzw. Bauprodukte gibt es mit der BauPVO verbundene Neuerungen und Änderungen. Darüber sowie über die wesentlichsten Inhalte für die Bauwirtschaft informiert ein Leitfaden, vorgelegt vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V. unter dem Titel „Die neue EU-Bauproduktenverordnung“ vom November 2012.
Die neuen Aspekte aus der BauPVO sind künftig insbesondere im Rahmen der Materialwirtschaft, speziell beim Einkauf von Bauprodukten, als Stoffe zu berücksichtigen, bereits beginnend bei der Bestellung bis hin zur Eingangskontrolle auf der Baustelle und Rechnungsprüfung.
Speziell durch die Bauunternehmen bleibt zu prüfen, ob die Einbaustoffe als Bauprodukte für die vorgesehene Verwendung geeignet sind, d. h. die notwendigen Produkteigenschaften für den Einbau aufweisen. Die CE-Kennzeichnung von Bauprodukten sollte mit den erforderlichen Angaben verglichen werden, ggf. auch eine interne Kennzeichnung der gelieferten Bauprodukte. Das erfordert auch festzustellen, ob die für den Einbau notwendigen Eigenschaften deklariert sind. Dafür bieten die Leistungserklärung zu Bauprodukten durch die Hersteller sowie die von diesen bereit gestellten weiteren Informationen eine wichtige Grundlage.
Copyright bauprofessor.de Lexikon
Herausgeber: f:data GmbH Weimar und Dresden
Die Inhalte dieser Begriffserläuterung und der zugehörigen Beispiele sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetztes ist ohne Zustimmung der f:data GmbH unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Alle in diesem Werk enthaltenen Angaben, Ergebnisse usw. wurden von den Autoren nach bestem Wissen erstellt. Sie erfolgen ohne jegliche Verpflichtung oder Garantie der f:data GmbH. Sie übernimmt deshalb keinerlei Verantwortung und Haftung für etwa vorhandene Unrichtigkeiten.
Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürfen.

Verwandte Fachbegriffe

Lagerhaltungskosten
Eine Lagerhaltung verursacht Kosten, sie ist in der Regel teuer. Als Lagerhaltungskosten, z. B. für das Zentralmagazin auf dem Bauhof als Hilfskostenstelle fallen an: Raumkosten als Abschreibungen, Kosten für Energie, Instandhaltung, Versicherung u. ...
Bauprodukte
Zu den Bauprodukten zählen Baustoffe, Bauteile und Anlagen, die hergestellt werden, um dauerhaft in bauliche Anlagen eingebaut zu werden, aus Baustoffen und Bauteilen vorgefertigte Anlagen, die hergestellt werden, um mit dem Erdboden verbunden zu wer...
Stoffe
Stoffe sind eine wichtiger Produktionsfaktor im Bauprozess. Zu ihnen zählt man Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, synonym in ihrer Gesamtheit auch als Material bezeichnet. Bauspezifische werden nach dem fertigungstechnischen Einsatz unterschieden: Ei...
Bauproduktenverordnung
Zum Begriff, Inhalt und Anforderungen an Bauprodukte traf das Bauproduktengesetz (BauPG) seit 1992 notwendige Aussagen, daraus ableitend auch spezifische Regelungen in den Landesbauordnungen. Inzwischen wurde durch das Europäische Parlament die neue ...
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, verwenden wir Cookies. Einige dieser Cookies sind erforderlich für den reibungslosen Ablauf dieser Website, andere helfen uns, Inhalte auf Sie zugeschnitten anzubieten. Wenn Sie auf „ Ich akzeptiere“ klicken, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Individuelle Cookie-Einstellungen Ich akzeptiere