Baustoff / Werkstoff / Produkt

Bauproduktenverordnung

Zum Begriff, Inhalt und Anforderungen an Bauprodukte traf das Bauproduktengesetz (BauPG) seit 1992 notwendige Aussagen, daraus ableitend auch spezifische Regelungen in den Landesbauordnungen. Inzwischen wurde durch das Europäische Parlament die neue Bauproduktenverordnung (BauPVO) verabschiedet. Sie trat am 24. April 2013 in Kraft und ersetzt die bisherigen Regelungen im Bauproduktengesetz, einige Teile waren erst am 1. Juli 2013 wirksam geworden. Eine Umsetzung der europäischen Verordnung in deutsches Recht ist nicht erforderlich, da europäische Verordnungen unmittelbar in allen Mitgliedsstaaten rechtswirksam werden.
Für die Bauprodukte gibt es mit der BauPVO verbundene Neuerungen und Änderungen. Vorrangig wird das Ziel verfolgt, die Sicherheit von Bauprodukten zu definieren. Darüber sowie über die wesentlichsten Inhalte für die Bauwirtschaft informiert ein Leitfaden, vorgelegt vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V. unter dem Titel „Die neue EU-Bauproduktenverordnung“ vom November 2012.
Wichtige Änderungen beziehen sich auf folgende Aspekte:
  • Neue Terminologien, z. B. zur Leistungserklärung, zur Überprüfung und Bewertung der Leistungsbeständigkeit u. a.
  • Grundanforderungen nach BauPVO an Bauwerke, erweitert um die Anforderung zur nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen.
  • CE-Kennzeichnung nach BauPVO auf der Grundlage einer Leistungserklärung zu Bauprodukten, wobei die CE-Kennzeichnung die einzige verbindliche Kennzeichnung in Übereinstimmung zur Leistungserklärung bestätigt.
  • Als Technische Spezifikationen gelten wie bisher die harmonisierten Europäischen Normen.
  • Erleichterungen für Kleinstunternehmen (mit weniger als 10 Beschäftigten und einem Jahresumsatz kleiner als 2 Mio €) als Hersteller, für die Sonderprüfverfahren gelten können und für Produkte die Fremdüberwachung entfallen kann.
  • Neben Pflichten für die Hersteller von Bauprodukten werden auch solche für Importeure und Händler bestimmt.
  • Einrichten von Produktinformationsstellen für die Bauwirtschaft in den EU-Mitgliedsstaaten.
  • Effektivere Marktüberwachung zu Bauprodukten in den Mitgliedsstaaten.
Die neuen Aspekte aus der BauPVO sind künftig insbesondere in der Materialwirtschaft im Bauunternehmen, speziell beim Einkauf von Bauprodukten als Materialien bzw. Stoffe, zu berücksichtigen, bereits beginnend bei der Bestellung bis hin zur Eingangskontrolle auf der Baustelle und Rechnungsprüfung.
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