BW- Kennzahlen

Personal-Controlling

Grundlage für das Personal-Controlling ist eine aussagefähige Lohnabrechnung. Sie wird dem Bauunternehmer genügend Informationen liefern, die für die Unternehmensführung und seine personalpolitischen Aktivitäten dienlich sind.

Geeignete Hilfsmittel sind:
  • Personalstatistiken zu Beschäftigten im Abrechnungsmonat sowie im Vergleich zum Vormonat und Vorjahr, beispielsweise in der Untergliederung nach
    • gewerblichen Arbeitnehmern,
    • Poliere/Meister,
    • Angestellte mit Differenzierung nach
      • technischen Angestellten und
      • kaufmännischen Angestellten,
    • Auszubildende,
    • anteilig in Arbeitsgemeinschaften (ARGEn) Beschäftigten.
  • Statistiken zu Stunden über
    • geleistete produktive Arbeitsstunden, davon:
      • auf Baustellen,
      • in Hilfsbetrieben,
      • in Nebenbetrieben,
    • vorgearbeitete Stunden (auf Grundlage einer Arbeitszeitflexibilisierung nach § 3 im Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe (BRTV),
    • Krankenstunden mit Lohnfortzahlung,
    • weitere Ausfallzeiten, z. B. durch
      • Urlaub, bezahlte Freistellungen,
      • Fehlzeiten (unentschuldigt) u. a.
  • Aussagen zur Belegschaft über
    • die Altersstruktur mit der Unterteilung
      • unter 18 Jahre,
      • 18 bis 30 Jahre usw.
    • die Qualifikationsstruktur, z. B. der gewerblichen Arbeitnehmer nach
    • die Berufsgruppenstruktur,
  • Aussagen zu den Lohnkosten, z. B. über
  • Relationskennzahlen als Chefinformationen, beispielsweise:
    • Relation der Gehaltskosten zu den Einzelkosten sowie ggf. den Herstellkosten einschließlich Gehaltszusatzkosten
      Gehaltskosten
      Herstellkosten
      x 100 % = %
    • Angestellte zu Gesamtpersonal – Angestelltenquote –
      Summe Gehaltskosten
      Gesamtpersonalkosten
      x 100 % = %
    • Relation der Gehaltskosten der kaufmännischen Angestellten zu den Baustellenlöhnen ohne Lohnzusatzkosten
      Gehaltskosten K
      Baustellenlöhne
      x 100 % = %
  • Kennzahlen zur Produktivität, wie z. B.
    • eigene Bauleistung je Baustellenstunde in € je Stunde,
    • Gesamtbauleistung je Beschäftigten in € je Monat oder Jahr,
    • Umsatzerlöse je Beschäftigten in € im Jahr,
    • Wertschöpfung (eigene Bauleistung abzüglich Einsatz von Stoffen)
      • je Baustellenstunde in € je Stunde,
      • je gewerblichen Arbeitnehmer oder Gesamtbeschäftigten in € im Jahr.
  • Soll-Ist-Vergleiche zum Arbeitszeitaufwand, zum Kalkulationslohn und den Lohnkosten nach Teilleistungen und für Baustellen.
Mit Kennzahlen sollte grundsätzlich so verfahren werden, dass die Aussagen Vergleiche zu früheren Zeiträumen (z. B. Vormonat, Vorjahr) oder Zeitpunkten ermöglichen. Die wichtigsten Aussagen, die für die Unternehmenssteuerung im speziellen Fall von Bedeutung sind, sollten in die Chefinformation als monatliche Kennziffernübersicht Eingang finden.
26.04.2016
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