Buchhaltung / Rechnungswesen

Lohnabrechnung

Der gewerbliche Arbeitnehmer hat grundsätzlich Anspruch auf eine monatliche Lohnabrechnung nach § 5, Abs. 7 im Bundesrahmentarifvertrag (BRTV-Baugewerbe) sowie analog für Angestellte. Abweichende Regelungen können im Einvernehmen mit dem Betriebsrat getroffen werden. Bei monatlicher Lohnabrechnung wird der Anspruch auf den Lohn spätestens zur Mitte des Monats fällig, der auf den Monat folgt, für den er zu zahlen ist.
Abschlagszahlungen können für gewerbliche Arbeitnehmer für bestimmte Zeiträume vereinbart werden. Jede Abschlagszahlung muss etwa 90 v. H. des Nettolohnes betragen, den der Arbeitnehmer in dem Zeitraum verdient hat, für den die Abschlagszahlung geleistet wird. Fällt der Lohnzahlungstag auf einen Feiertag, so ist der Lohn spätestens am Tage vorher zu zahlen. Art, Ort und Zeitpunkt der Lohnzahlung werden im Einvernehmen mit dem Betriebsrat geregelt.
Lohn und Gehalt sollen grundsätzlich bargeldlos gezahlt werden. Bei bargeldloser Zahlung ist der Lohn bzw. das Gehalt auf das von dem Arbeitnehmer benannte Konto so rechtzeitig zu überweisen, dass der Arbeitnehmer am Fälligkeitstage über den überwiesenen Betrag verfügen kann. Ist die Zahlung in bar vereinbart, so ist der Lohn während der Arbeitszeit oder in unmittelbarem Anschluss daran zu zahlen.
Der Arbeitgeber hat dem Arbeitnehmer nach Abschluss des Lohnabrechnungszeitraumes eine schriftliche Abrechnung über Lohn, Zulagen, Abzüge und Abschlagszahlungen zu erteilen. Bei betrieblicher Verteilung der Arbeitszeit nach § 3 BRTV sind dem gewerblichen Arbeitnehmer in der Lohnabrechnung darüber hinaus die im jeweiligen Lohnabrechnungszeitraum auf dem Ausgleichskonto gutgeschriebenen Arbeitsstunden und der dafür einbehaltene Lohn bzw. die auf dem Ausgleichskonto belasteten Arbeitsstunden und der dafür gezahlte Lohn sowie der aktuelle Stand des Ausgleichskontos mitzuteilen. Außerdem ist die Summe der seit Beginn des Ausgleichszeitraumes gutgeschriebenen Arbeitsstunden auszuweisen. Lohnüberzahlungen sind unverzüglich zurückzuzahlen. Sie können vom Arbeitgeber auch verrechnet werden.
Die Abgeltung von Zuschlägen und Zulagen, wie Wegegelder und Auslösungen, durch erhöhten Lohn oder erhöhte Leistungs- oder Akkordwerte ist unzulässig. Die Abtretung und Verpfändung von Lohnansprüchen ist nur mit Zustimmung des Arbeitgebers zulässig.
Abweichungen zur herkömmlichen Lohnabrechnung sind bei der Lohnabrechnung zum Leistungslohn zu beachten, und zwar mit Bezug auf § 6 im "Rahmentarifvertrag für Leistungslohn im Baugewerbe" vom 29. Juli 2005 (RTV-Leistungslohn). Bei der Leistungslohnvergütung gilt das Bonus- und Malus-Prinzip beim Leistungslohn .
Je nachdem, ob die Anzahl der Ist-Stunden die Anzahl der Soll-Stunden für die ausgeführte Leistungsmengen nach Aufmaß überschreitet oder unterschreitet, liegen als Differenz Minus-Stunden oder Plus-Stunden vor. Die Minus-Stunden werden mit Bezug auf § 6 Abs. 5 im RTV-Leistungslohn den an der Baumaßnahme beteiligten Arbeitnehmern nur mit 50 v. H. ihres Gesamttarifstundenlohns (GTL) vergütet, d. h. mit einem Abschlag (Malus), wobei jedoch dem einzelnen Arbeitnehmer mindestens 90 v. H. seiner im Lohnabrechnungszeitraum zustehenden Vergütung zu sichern sind. Liegen dagegen Plus-Stunden vor, dann werden diese den an der Baumaßnahme beteiligten Arbeitnehmern entsprechend ihrem arbeitszeitlichen Anteil an der Baumaßnahme als Bonus vergütet.
Die Baulohnabrechnung erfolgt in dem Bauunternehmen heutzutage über EDV-Anwendungen. Brutto- und Nettolöhne und spezielle Auswertungen werden über Drucklisten nachgewiesen. Entweder das Bauunternehmen nimmt neben den Aufbereitungen für die Lohnabrechnung die Abrechnung selbst über den eigenen PC vor oder lässt den Baulohn in Servicezentren (z. B. beim Baurechenzentrum Nürnberg mit Niederlassungen in verschiedenen Städten der Bundesländer) abrechnen. Anschließend können die Überweisungen über die Hausbank, an das Finanzamt u. a. per Online-Banking und Datenträgeraustausch erfolgen.
Eine aussagefähige Lohnabrechnung wird in Verbindung mit dem Personal-Controlling dem Bauunternehmer genügend Informationen liefern, die für die Unternehmensführung und seine personalpolitischen Aktivitäten dienlich sind.

Geeignete Hilfsmittel sind beispielsweise
  • Personalstatistiken nach Beschäftigtengruppen wie gewerbliche Arbeitnehmer, Poliere, technische und kaufmännische Angestellte, Auszubildende, in Arbeitsgemeinschaften (ARGEn) Beschäftigte,
  • Statistiken über geleistete Arbeitsstunden nach Kostenstellen wie Baustellen u. a.
  • Aussagen zur Altersstruktur der Belegschaft u. a.
Die Zuschlagsätze für die Lohnzusatzkosten mit und ohne ULAK werden unterschiedlich hoch sein. Vergleichbar ist einzuschätzen, dass Zuschlagsätze ohne ULAK ca. 5 bis 8 % niedriger in Bauunternehmen in Ostdeutschland und 7 bis 12 % niedriger in Westdeutschland sein werden.
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