Baugeräte / Vorhaltung / BGL

Werkzeuge und Kleingeräte

Werkzeuge und Kleingeräte sind in einem Bauunternehmen im Wesentlichen alle Gegenstände, die früher in der BAL (Baustellenausstattungs- und Werkzeugliste) geführt wurden, beispielsweise kleine Rüttler, Handbohrmaschinen, Baustellenlampen, Baustellenschilder u. a. Seit Vorliegen der Baugeräteliste (BGL) 2015 fanden die Kleingeräte als Baustellenausstattungsgeräte Eingang in den Verschleißteilekatalog mit analogen Aussagen. In der Kalkulation erfolgt ihre wertmäßige Berücksichtigung in den Kalkulationsansätzen für die Baustellengemeinkosten (BGK), sofern eine direkte Zuordnung zu den Leistungspositionen im Leistungsverzeichnis (LV) nicht möglich ist. Gleiches gilt auch dann, wenn die Werkzeuge und Kleingeräte nicht selbst vom Bauunternehmen angeschafft wurden, sondern für den Einsatz auf der Baustelle gemietet werden.
Nach dem Wertumgang zählen die Werkzeuge und Kleingeräte in der Regel zu den GWG - Geringwertigen Wirtschaftsgütern. Seit dem 01.01.2010 kann ein bilanzierendes Bauunternehmen zwischen zwei verschiedenen Anwendungen des Nachweises und der Behandlung als Betriebsausgaben wählen:
  1. Werkzeuge und Kleingeräte mit Anschaffungskosten (ohne Umsatzsteuer) bis 410 €, gültig noch bis 31. Dezember 2017 und danach bei Anschaffungen, Herstellung oder Einlegung in das Betriebsvermögen ab 1. Januar 2018 bis 800 €, können im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben und als Betriebsausgabe behandelt werden, jedoch mit Ausweis in einem Verzeichnis, wenn die Anschaffungskosten 150 € überschreiten.
  2. Werkzeuge und Kleingeräte mit Anschaffungskosten über 150 € noch bis 31. Dezember 2017 und danach bei Anschaffungen ab 1. Januar 2018 über 250 € und bis 1.000 € werden in einem Pool als Sammelposten ausgewiesen und dann über einen Zeitraum von 5 Jahren abgeschrieben. Werkzeuge und Kleingeräte mit Anschaffungskosten bis 150 € noch in 2017 sowie bis 250 € ab 1. Januar 2018 werden werden dagegen sofort nach der Anschaffung in voller Höhe als Betriebsausgaben behandelt.

Die Aufzeichnungspflicht für Werkzeuge und Kleingeräte als GWG wird folglich ab 2018 erleichtert.
Im Rahmen der Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) werden die Kosten für Werkzeuge und Kleingeräte im Bauunternehmen in einer gesonderten Kostenstelle innerhalb des Bereiches der Leistungs- und Verwaltungskostenstellen erfasst und nachgewiesen. Auf dieser Kostenstelle werden noch weitere Kosten wie z. B. Reparaturkosten für diese Kleingeräte u. a. nachgewiesen. Die Summe der Kosten in der Kostenstelle wird ins Verhältnis zu den Lohnkosten für gewerbliche Arbeitnehmer der Baustellen gesetzt und daraus ein Zuschlagssatz abgeleitet. Auf Grundlage dieses Satzes erfolgt die Belastung der Baustellen als indirekte Verrechnung. Im Mittel liegen die Zuschlagssätze zwischen 2 bis 5 %.
Benutzt der Arbeitnehmer bei seiner Tätigkeit im Bauunternehmen eigene Werkzeuge, so können die dafür anfallenden Aufwendungen dem Arbeitnehmer als " Werkzeuggeld " steuerfrei vom Arbeitgeber erstattet werden. Als zu erstattende Aufwendungen können vergleichbare innerbetriebliche Verrechnungssätze der eigenen Werkzeuge oder ggf. Mietsätze herangezogen werden, evtl. zuzüglich erforderlicher Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten sowie von Transportkosten für die Beförderung zwischen Wohnung des Arbeitnehmers und dem Einsatzort bzw. der Baustelle.
12.10.2017
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