Ausbildungsvergütungen im Baugewerbe

» Baunachrichten
» Begriffs-Erläuterungen

Ausbildungsvergütungen im Baugewerbe

Anspruch auf eine monatliche Ausbildungsvergütung haben sowohl die gewerblich als auch technisch und kaufmännisch Auszubildenden im Baugewerbe. Grundlage bildet der Tarifvertrag über die Berufsausbildung im Baugewerbe (BBTV). Einbezogen sind die Baubetriebe, die unter den Geltungsbereich des "Tarifvertrages über das Sozialkassenverfahren im Baugewerbe (VTV)" fallen. Die Verrechnung erfolgt über die Sozialkassen der Bauwirtschaft. Speziell der "Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft (ULAK)" bei der SOKA-Bau fällt für die Unternehmen im Bauhauptgewerbe die Aufgabe zu, eine ausreichende Anzahl von Ausbildungsplätzen bereitzustellen und eine qualifizierte Durchführung der Ausbildung zu sichern.
Die Ausbildungsvergütungen unterscheiden sich der Höhe nach zwischen den:
  • gewerblich Auszubildenden (nach § 7 Abs. 2 in den TV-Lohn) und
  • den technisch und kaufmännisch Auszubildenden (nach § 4 Abs. 2 in den TV-Gehalt).
Die Höhe der Ausbildungsvergütungen wird in den Lohn- und Gehaltstarifverträgen für das Baugewerbe (differenziert nach TV Lohn-West, Berlin und Ost sowie TV Gehalt-West, Berlin und Ost für das Bauhauptgewerbe) festgelegt. Mit Wirkung ab 1. Mai 2018 wurden sowohl in Deutschland-West, Berlin als auch in Ost die tariflichen Ausbildungsvergütungen der Auszubildenden angehoben, und zwar für das 1., 2. und 3. Ausbildungsjahr:
  • im Tarifgebiet West um jeweils 65 €,
  • in Berlin um jeweils 62 € und
  • in Ost um jeweils 60 €.
Für das 4. Ausbildungsjahr bleiben die Beträge unverändert. Die Erhöhungsbeträge für das 1. bis 3. Ausbildungsjahr werden für die technisch und kaufmännisch Auszubildenden identisch wie für die gewerblich Auszubildenden angehoben, ebenso die Ausbildungsvergütungen im Feuerungs- und Schornsteinbau.
Die Erhöhung beträgt für die gewerblich Auszubildenden durchschnittlich ca. 6,2 % in West und ca. 7,2 % in Ost sowie bei den technischen und kaufmännischen Auszubildenden ca. 6,6 % in West und 7,3 % in Ost. Sie ist überdurchschnittlich hoch im 1. Ausbildungsjahr mit mehr als 8 % und soll die Nachwuchsgewinnung damit besser unterstützen.
Seit 1. Mai 2018 gelten im Bauhauptgewerbe (mit Bezug auf den Geltungsbereich des BRTV-Baugewerbe) mit Bezug auf die Tarifrunde 2018 und den angenommenen Schiedsspruch die nachfolgend aufgeführten monatlichen Ausbildungsvergütungen im Zeitraum bis 30. April 2020, differenziert nach den Tarifgebieten West, Berlin und Ost:
West
ab 01.05.2018
bis 30.04.2020
Berlin
ab 01.05.2018
bis 30.04.2020
Ost
ab 01.05.2018
bis 30.04.2020
gewerblich Auszubildende
1. Ausbildungsjahr850 €798 €765 €
2. Ausbildungsjahr1.200 €1.072 €970 €
3. Ausbildungsjahr1.475 €1.316 €1.190 €
4. Ausbildungsjahr1.580 €1.406 €1.270 €
technisch/kaufmännisch Auszubildende
1. Ausbildungsjahr845 €792 €758 €
2. Ausbildungsjahr1.078 €966 €875 €
3. Ausbildungsjahr1.364 €1.218 €1.104 €
Dem Bauunternehmen als ausbildenden Arbeitgeber werden die gezahlten Ausbildungsvergütungen von der ULAK erstattet bis zu einem Betrag, der bei gewerblich Auszubildenden dem Zehnfachen für das erste, dem Sechsfachen für das zweite und dem Einfachen für das dritte Ausbildungsjahr entspricht, zuzüglich 20 % als Ausgleich für die vom Arbeitgeber zu leistenden Sozialaufwendungen.
Im Ergebnis der Tarifrunde 2018 wurde auch vereinbart, dass sich ab 1. Mai 2018 für Auszubildende, die eine Landes- oder Bundesfachklasse besuchen, die monatlichen Ausbildungsvergütungen im jeweiligen Ausbildungsjahr um 60 € (nach § 7 Abs. 3 in den TV-Löhne vom 1. Juni 2018) - als pauschale Abgeltung für Fahrt- und Unterbringungskosten zum Berufsschulunterricht - erhöhen. Dies gilt sowohl für gewerblich als auch technisch und kaufmännisch Auszubildende. Da sich damit die Ausbildungsvergütungen erhöhen, werden diese Beträge entsprechend der bisherigen Erstattungsregelung der ULAK mit erstattet. Sofern Ausbildungsbetriebe freiwillig diese Kosten übernommen haben, könnten sie den neuen Pauschalbetrag auf ihre freiwilligen Leistungen anrechnen und sich damit entsprechend entlasten.
In weiteren Gewerben, insbesondere mit eigenen Rahmen- und Lohntarifverträgen, gelten für die gewerblich Auszubildenden gesondert vereinbarte Ausbildungsvergütungen, so beispielsweise:
Im Dachdeckerhandwerk betragen die Ausbildungsvergütungen in Deutschland gesamt monatlich seit 1. Dezember 2018:
  • im 1. Ausbildungsjahr 730 € (vorher 650 €),
  • im 2. Ausbildungsjahr 880 € (vorher 800 €) und
  • im 3. Ausbildungsjahr 1.130 € (vorher 1.050 €),
und werden ab 1. September 2019 um weitere 30 € erhöht:
  • im 1. Ausbildungsjahr auf 760 €,
  • im 2. Ausbildungsjahr auf 910 € und
  • im 3. Ausbildungsjahr auf 1.160 €.
Im Gerüstbauerhandwerk betragen die Ausbildungsvergütungen für gewerblich Auszubildende seit 1. November 2018 :
  • im 1. Ausbildungsjahr 790 € (vorher 650 €),
  • im 2. Ausbildungsjahr 990 € (vorher 850 €) und
  • im 3. Ausbildungsjahr 1.240 € (vorher 1.100 €)
und werden ab 1. August 2019 bis zum 31. Juli 2020 um weitere 25 € erhöht:
  • im 1. Ausbildungsjahr auf 815 €,
  • im 2. Ausbildungsjahr auf 1.015 € und
  • im 3. Ausbildungsjahr auf 1.265 €.
Für die gewerblich Auszubildenden im Maler- und Lakiererhandwerk gibt es seit 1. September 2017 in 2 Stufen höhere Ausbildungsvergütungen für Maler und Lackierer.
Im Elektrohandwerk werden die Ausbildungsvergütungen ab 1. August 2018 betragen:
  • im 1. Ausbildungsjahr 750 €,
  • im 2. Ausbildungsjahr 800 €,
  • im 3. Ausbildungsjahr 850 € und
  • im 4. Ausbildungsjahr 900 €.

Baunachrichten zu Ausbildungsvergütungen im Baugewerbe

Bautarifrunde 2018 - was ändert sich im Bauhauptgewerbe? - 05.06.2018 Der Schiedsspruch ist angenommen. Die Verhandlungspartner Industriegewerkschaft BAU, Zentralverband des Deutschen Baugewerbes und Hauptverband der Deutschen Bauindustrie haben Ihre Bautarif
05.06.2018 Der Schiedsspruch ist angenommen. Die Verhandlungspartner Industriegewerkschaft BAU, Zentralverband des Deutschen Baugewerbes und Hauptverband der Deutschen Bauindustrie haben Ihre Bautarif...
Tarifrunde 2016 zum Bauhauptgewerbe - was ändert sich? - 02.07.2016 Die neuen Tarifverträge, rückwirkend in Kraft seit 1. Mai 2016, beinhalten detaillierte Aussagen zu Lohn- und Gehaltserhöhungen im Baugewerbe sowie zu den Ausbildungsvergütungen differenzie
02.07.2016 Die neuen Tarifverträge, rückwirkend in Kraft seit 1. Mai 2016, beinhalten detaillierte Aussagen zu Lohn- und Gehaltserhöhungen im Baugewerbe sowie zu den Ausbildungsvergütungen differenzie...
Bautarife und Baupreise in der Wertschöpfungskette am Bau -Die Tarifrunde Bau 2014 bringt Veränderungen. Im Juni 2014 wurde der Tarifabschluss im Bauhauptgewerbe verbindlich. Die Industriegewerkschaft BAU und die deutschen Verbänden von Baugewerbe (ZDB)und Bauindustrie (HDB) haben sich geeinigt. Ein Akt, der aller Jahre wieder die Löhne und Gehälter der im Bauhauptgewerbe Beschäftigten an die gestiegenen Verbraucherpreise anpassen soll. Bautarife sind eine ausgewogene Antwort im Geflecht von Inflation, Konjunktur und Produktivität. Sie sind auch selbst ein Bestandteil von vielfältigen„Lohn-Preis-Spiralen“. Sei es als Reaktion oder als Aktion im Marktpreisgefüge.
Die Tarifrunde Bau 2014 bringt Veränderungen. Im Juni 2014 wurde der Tarifabschluss im Bauhauptgewerbe verbindlich. Die Industriegewerkschaft BAU und die deutschen Verbänden von Baugewerbe (ZDB)und Bauindustrie (HDB) haben sich geeinigt. Ein Akt, der aller Jahre wieder die Löhne und Gehälter der im Bauhauptgewerbe Beschäftigten an die gestiegenen Verbraucherpreise anpassen soll. Bautarife sind eine ausgewogene Antwort im Geflecht von Inflation, Konjunktur und Produktivität. Sie sind auch selbst ein Bestandteil von vielfältigen„Lohn-Preis-Spiralen“. Sei es als Reaktion oder als Aktion im Marktpreisgefüge.
Tarifeinigung für das Bauhauptgewerbe - 05.06.2016 Die Löhne und Gehälter der rund 760.000 Beschäftigten am Bau steigen in zwei Stufen an, zum einen bereits geschehen zum 01. Mai 2016 und zum anderen zum 01. Mai 2017. Das ist das Ergebnis d
05.06.2016 Die Löhne und Gehälter der rund 760.000 Beschäftigten am Bau steigen in zwei Stufen an, zum einen bereits geschehen zum 01. Mai 2016 und zum anderen zum 01. Mai 2017. Das ist das Ergebnis d...

Begriffs-Erläuterungen zu Ausbildungsvergütungen im Baugewerbe

Die Eingruppierung der gewerblichen Arbeitnehmer im Baugewerbe erfolgt nach § 5 Nr. 3 im Bundesrahmentarifvertrag (BRTV) in Lohngruppen, die zum 1. September 2002 eingeführt wurden. Vorher war eine E ...
Die Gehaltskosten umfassen jene Kosten, die im Bauunternehmen insgesamt für die Angestellten anfallen und zwar sowohl für die technischen und kaufmännischen Angestellten als auch für die Poliere Ausz ...
Als Angestellte gelten alle Gehaltsempfänger, die eine kaufmännische oder technische Tätigkeit im Unternehmen ausüben. Für die Zuordnung in der Bauberichterstattung nach kaufmännischen und technische ...
Entgelttarifverträge sind Bestandteil der Bautarifverträge . Sie regeln die Höhe der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen für die Beschäftigten im Baugewerbe einerseits das Bauhauptgewerbe mit...

Schon über 50.000 Abonnenten!
bauprofessor.nachrichten
Ihr kostenloser Newsletter
E-Mail:
» Abonnieren

Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.
OK