Lohn / Tarif / Rente

Entgelttarifverträge (Baugewerbe)

Entgelttarifverträge sind Bestandteil der Bautarifverträge. Sie regeln die Höhe der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen für die Beschäftigten im Baugewerbe, so:
  • einerseits zum betrieblichen Geltungsbereich des Bundesrahmentarifvertrags für das Baugewerbe (BRTV-Baugewerbe) – vornehmlich für das Bauhauptgewerbe – mit den Tarifverträgen vom 17. September 2020, rückwirkend in Kraft seit 1. Mai 2020 mit der Laufzeit bis 30. Juni 2021 betreffend:
  • zum anderen differenziert für verschiedene Gewerke mit eigenständigen Tarifverträgen wie beispielsweise für das Dachdeckerhandwerk, die Gerüstbau-Beschäftigten, das Maler- und Lackiererhandwerk, die gegenwärtig – infolge Ablauf zum 31. Oktober 2020 – neu beraten werden.
Die Entgelttarifverträge sind – mit Ausnahme des Tarifvertrages zur Regelung der Mindestlöhne im Baugewerbe und der Mindestlöhne in verschiedenen Ausbaugewerken (beispielsweise ebenfalls für Dachdecker, Maler- und Lackierer, Gerüstbau, Elektrohandwerk) – nicht allgemein verbindlich. Heranzuziehen sind die Tariflöhne und -gehälter jeweils von jenen Bauunternehmen, die tarifgebunden sind. Das gilt in der Regel für die Mitgliedsunternehmen der Tarifvertragsparteien von Unternehmerseite.
Entgelttarifverträge (Baugewerbe)
Bild: © f:data GmbH
Im Ergebnis der Tarifrunde 2020 und Annahme des Schlichterspruchs werden auf Grundlage der Tarifverträge (TV-Lohn und TV-Gehalt) vom 17. September 2020 im betrieblichen Geltungsbereich des BRTV-Baugewerbe zusammengefasst folgende Änderungen wirksam:
  • Einführung einer Wegstreckenentschädigung (WE) als pauschaler Zuschlag ab 1. Oktober 2020 für alle gewerblichen Arbeitnehmer, Angestellten und Poliere in Höhe von 0,5 % des Tarifstundenlohns (TL) bzw. des Gehalts als beitragspflichtiges Entgelt zur Sozialversicherung und für den Beitrag an die SOKA-Bau, wobei die WE neben den Gesamttarifstundenlohn (GTL) tritt und der Bauzuschlag (BZ) unverändert bleibt.
  • Gewährung einer Corona-Prämie im Baugewerbe zur Zahlung mit dem Novemberentgelt 2020 in Höhe von 500 € für die Arbeitnehmer und von 250 € für die Auszubildenden steuer- und sozialversicherungsfrei, wenn im Zeitraum 1. Mai bis 30. November 2020 ein Arbeitsverhältnis bestand, bei Teilzeitbeschäftigung mit anteiliger Kürzung des Betrags.
  • Erhöhung der Entgelte ab 1. Januar 2021 zu Lohn und Gehalt in den Tarifgebieten West und Berlin um 2,1 % und im Tarifgebiet Ost um 2,2 %.
  • Erhöhung der Ausbildungsvergütungen im Baugewerbe für die Auszubildenden ab 1. Januar 2021 in allen Tarifgebieten im 1. Ausbildungsjahr um 40 €, im 2. um 30 € und im 3. um 20 €. Die Ausbildungsvergütungen haben damit weiter ein hohes Niveau und sollen die Nachwuchsgewinnung unterstützen.
Weiterhin erfolgt eine Verständigung über weitere Spitzengespräche der Bauvertragsparteien ab Oktober 2020 bis Mitte 2021 mit Moderation des Schlichters über:
  • weitere Beibehaltung zur Struktur der Mindestlöhne im Baugewerbe mit Geltung des Mindestlohns 2 nur im Tarifgebiet West und Berlin und zur Ausgestaltung einer zukunftsfähigen Regelung,
  • eine abschließende, bürokratiearme und pauschale Regelung zur Entschädigung von Wegzeiten und -strecken über die bereits nach § 7 im BRTV-Baugewerbe bestehende Regelung hinaus,
  • eine europakonforme Anpassung der Mindesturlaubsvergütung im BRTV-Baugewerbe aufgrund einer Entscheidung des EU-Gerichtshofes vom 13. Dezember 2018,
  • Anpassung der Erschwerniszuschläge nach § 6 im BRTV-Baugewerbe hinsichtlich einer einfacher zu kontrollierenden Regelung der Aufzeichnung nach den Anforderungen der Arbeitnehmer-Entsenderichtlinie.
Da die Ecklöhne im Baugewerbe unterschiedlich hoch nach den Tarifgebieten Deutschland-West, Berlin sowie Ost in den Tarifverträgen-Lohn festgelegt werden und den Tarifen ab 1. Januar 2021 zugrunde liegen, bleibt zwangsläufig auch das Tarif- und Brutto-Lohnniveau weiterhin unterschiedlich hoch. Im Ergebnis einer früheren Tarifrunde (im Jahr 2013) hatten die Tarifvertragsparteien des Baugewerbes Einigkeit darüber erzielt und vereinbart, dass das gemeinsame Ziel eines bundeseinheitlichen Tarifniveaus im Kalenderjahr 2022 erreicht werden soll.
Im Rahmen der TV-Löhne vom 17. September 2020 gelten für die Entlohnung der gewerblichen Arbeitnehmer noch spezielle Löhne, wie die:
Weiterhin gelten noch regionale Entgeltverträge, z. B. in Bayern, die jedoch die Inhalte der Tarifrunden auf Bundesebene übernehmen.
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