Bauprozess/Bauablauf

Bauablaufstörungen

Eine Bauablaufstörung liegt vor, wenn
  • der vorgesehene Ausführungsbeginn nicht gehalten wird,
  • der geplante Baufortschritt nach der Bauablaufplanung nicht eingehalten wird,
  • Behinderungen während der Bauausführung vorgebracht werden,
  • die Bauausführung zeitweilig unterbrochen wird,
  • die Maßnahmen zur Wiederanpassung an den geplanten Bauablauf zusätzliche Mittel erfordern.
Als Ursachen von Bauablaufstörungen können Handlungen sowohl durch den Auftraggeber als auch Auftragnehmer als Bauausführenden maßgebend gewesen sein, weiterhin auch neutrale Ereignisse, die zu Störungen führten. Bei einem Bauvertrag auf Grundlage der VOB trifft § 6 VOB/B spezielle Regelungen bei Behinderungen und Unterbrechungen der Bauausführung.
Die Folgen aus Bauablaufstörungen sind meistens mit Ansprüchen aus Bauablaufstörungen für die Benachteiligten verbunden, insbesondere Fristverlängerungen zur Bauzeit, Schadenersatz, Vergütungsanpassungen und Entschädigungen.
Liegt ein vom Auftraggeber zu vertretender späterer Ausführungsbeginn mit der Folge einer Bauzeitverlängerung vor, dann kann bei öffentlichen Bauaufträgen nach dem Beispiel unter dem Begriff " Vergütungsanspruch bei Bauzeitverlängerung " verfahren werden. Auswirkungen leiten sich in der Regel aus höheren Ansätzen bei Lohn, Stoff- und Gerätekosten ab.
Bei durch den Auftraggeber zu vertretenden Bauzeitverlängerungen während der Bauausführung, beispielsweise durch zeitliche Anordnung oder einseitige Entscheidung, sind für die Beurteilung von Vergütungsansprüchen des Auftragnehmers weitere Aussagen differenziert nach zeitabhängigen und zeitunabhängigen Anteilen der Baustellengemeinkosten (BGK) wichtig und zu berücksichtigen.
Abzugrenzen wären Mehrkosten als Schadenersatzforderungen wegen zeitlicher Anordnungen des Auftraggebers im Sinne von schuldhaft zu vertretenden Behinderungen und Unterbrechungen der Bauausführung, abgeleitet aus § 6 Abs. 6 VOB/B.
Ist das Bauunternehmen als Auftragnehmer für baubehindernde Umstände allein verantwortlich, hat es folglich keinen Anspruch auf Vergütung bei einer Bauzeitverlängerung.
30.01.2016
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