Baustoff / Werkstoff / Produkt

Bauprodukte

Zu den Bauprodukten zählen
  • Baustoffe, Bauteile und Anlagen, die hergestellt werden, um dauerhaft in bauliche Anlagen eingebaut zu werden,
  • aus Baustoffen und Bauteilen vorgefertigte Anlagen, die hergestellt werden, um mit dem Erdboden verbunden zu werden, wie Fertighäuser, Fertiggaragen und Silos.
Grundlage zum Begriff und Inhalten liefert das Bauproduktengesetz (BauPG). In den Landesbauordnungen werden hinsichtlich der Bauprodukte analoge Bestimmungen getroffen, beispielsweise in § 2 Abs. 9 der Sächsischen Bauordnung. Inzwischen wurde durch das Europäische Parlament die neue Bauproduktenverordnung (BauPVO) verabschiedet. Sie trat am 24. April 2013 in Kraft und ersetzt die bisherigen Regelungen im Bauproduktengesetz. Eine Umsetzung der europäischen Verordnung in deutsches Recht ist nicht erforderlich, da europäische Verordnungen unmittelbar in allen Mitgliedsstaaten rechtswirksam werden. Über die wesentlichsten Inhalte informierte ein vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V. herausgegebener Titel "Die neue EU-Bauproduktenverordnung".
Für die Bauprodukte gibt es seit der BauPVO verbundene Neuerungen und Änderungen, besonders zur CE-Kennzeichnung nach BauPVO für Bauprodukte auf Grundlage einer Leistungserklärung zu Bauprodukten. Durchaus nicht selten weisen verschiedene Bauprodukte, die das europäische CE-Kennzeichen tragen, nicht unbedingt die erforderlichen Produkteigenschaften (beispielsweise Angaben zum Glimmverhalten von Wärmedämmprodukten) auf, um sicher und umweltgerecht Bauleistungen auf dem deutschen Baumarkt ausführen zu können. Für die Bauwirtschaft informiert ein vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie - Bauen und Service - herausgegebener "Leitfaden - Sichere Bauprodukte (Stand: Mai 2017)" über den Stand bisheriger Änderungen im Bauordnungsrecht sowie zu bauaufsichtlichen Anforderungen und Nachweispflichten zur Verwendung von einzusetzenden Bauprodukten. Enthalten ist zugleich die vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) aktualisierte "Prioritätenliste mit ausgewählten verwendungsspezifischen Leistungsanforderungen zur Erfüllung der Bauwerksanforderungen".
Die neuen Aspekte aus der BauPVO sind künftig insbesondere in der Materialwirtschaft im Bauunternehmen, speziell beim Einkauf von Bauprodukten als Materialien bzw. Stoffe zu berücksichtigen, bereits beginnend bei der Bestellung bis hin zur Eingangskontrolle auf der Baustelle und Rechnungsprüfung.
Speziell durch die Bauunternehmen bleibt zu prüfen, ob ein Bauprodukt für die vorgesehene Verwendung geeignet ist, d. h. die notwendigen Produkteigenschaften für den Einbau aufweist. Das erfordert auch festzustellen, ob die für den Einbau notwendigen Eigenschaften deklariert sind. Dafür bietet die Leistungserklärung zu Bauprodukten durch die Hersteller sowie die von diesen bereit gestellten weiteren Informationen eine wichtige Grundlage.
05.07.2017
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