Kostenlose Kalkulationshilfen für Baukalkulation und Rechnungslegung
Kostenlose Kalkulationshilfe
 

Betriebliche und baustellenbezogene Stundensätze mit Überschlagskalkulation

In der Baupraxis kann es von Vorteil sein, zu einer Ausschreibung zunächst eine überschlägige Kalkulation vorzunehmen oder eine geschätzte Angebotsendsumme vorab überschlägig zu prüfen. Als Ausgangsgrößen sind hierzu Aussagen erforderlich zu
Auf Grundlage der Excel-Vorlage ist es einfach und praktikabel möglich, die angeführten Aussagen aufzubereiten und überschlägig zu kalkulieren. Dafür sind die als Beispiel eingegebenen Werte durch betriebsindividuelle Aussagen zu ersetzen. Die Leistungsstunden gesamt lassen sich bestimmen aus der Anzahl produktiver Arbeitstage und der täglichen Arbeitszeit für die gewerblichen Arbeitnehmer. Zur Berechnung des durchschnittlichen Bruttolohns je Stunde können die Bezeichnungen der Lohngruppen mit entsprechenden Entgelten als auch - besonders in kleineren Baubetrieben - die Beschäftigten namentlich oder als Personengruppen herangezogen werden. Einzuschließen sind ggf. zu gewährende Zulagen (Leistungszulage, Vermögenswirksame Leistungen) und Zuschläge für Arbeitserschwernisse und Überstunden.
Im Ergebnis steht der Mittellohn (ML). Darauf sind noch Lohnzusatzkosten (speziell lohngebundene Kosten) sowie Lohnnebenkosten auf den Mittellohn als Basis hinzuzurechnen, wobei betriebsindividuelle Ansätze (in %) vorzuziehen sind. Aussagen liegen auch mit den jährlichen Musterrechnungen der Bauverbände zu Lohnzusatzkosten - differenziert mit Aussagen zu den Tarifgebieten Deutschland - West und Ost - vor, die hier ansetzbar wären. Basis für die Zurechnung der LZK und LNK ist der Mittellohn.
Die Aufrechnung drückt den Kalkulationslohn (KL) aus. Wird nun noch ein Zuschlag (im Beispiel von 40,8 %) für die Bestandteile des DB zugerechnet, stellt sich danach der Verrechnungslohn dar. Er ist erforderlich für die spätere Berechnung der Einheitspreise (EP) für die einzelnen Leistungspositionen der Ausschreibung.
Die angeführten Lohnbestandteile sind bei dem ggf. geforderten ergänzenden Formblatt Preise (EFB-Preis) 221 bei einer Zuschlagskalkulation im Abschnitt 1 ( Zeilen 1.1 bis 1.6) auszuweisen bzw. können von dort übernommen oder dorthin übertragen werden. Im letzten Abschnitt der Vorlage wird eine Plausibilitätskontrolle zu den Stundensätzen demonstriert, die zugleich durchgerechnete Aussagen ermöglicht, wenn noch eine Änderung und weitere Varianten von Interesse sind.
Für die weitere Ableitung von Stundensätzen in den Zeilen 39 bis 52 der Vorlage ist noch die Eingabe von weiteren Werten erforderlich, so:
  • zum Umfang die direkt berechneten Lohnkosten für die Leistung einer produktiven Arbeitsstunde (bzw. vom betrieblichen Umsatz (ohne Umsatzsteuer) bzw. der Jahresbauleistung, ggf. des Bauauftrags) als %-Anteil, im Beispiel in Zeile 40 der Vorlage von 40 %,
  • zum Umfang des Deckungsbeitrags als %-Anteil in der Zeile 42 der Vorlage,
  • zu den restlichen Einzelkosten wie für Stoffe, Geräte, Sonstige Kosten und Nachunternehmerleistungen - außer den Lohnkosten - als %-Anteil vom Umsatz rechenintern - im Beispiel zu 42 % (als Differenz zu 100 %) in der Zeile 41 - ableitet,
  • eines auf die weiteren EKT zu beziehenden Zuschlags, im Beispiel von 10 % in der Zeile 41 der Vorlage für die Verrechnung des Deckungsbeitrags.
Für eine einfache, überschlägige Kalkulation ist die Aussage zum durchschnittlichen Umsatz bzw. der Bauleistung je Leistungs- bzw. Arbeitsstunde (in den Zeilen 52 und 67 in der Vorlage) wichtig. Eingerechnet sind neben den Lohnkosten alle weiteren Kostenpositionen der EKT (Zeile 41) einschließlich eines Zuschlags sowie des Deckungsbeitrags (Zeile 42).
Eine Überschlagskalkulation wird für einen Bauauftrag zu einen vorausgeschätzten Angebotswert in den Zeilen 56 bis 59 ausgewiesen. Ist eine Änderung vorgesehen, ließen sich neue Aussagen berechnen, speziell auch zur Struktur des Angebotswertes nach Lohnkosten, weitere EKT (direkte Stoffe, Geräte, SoKo und NU-Leistungen) sowie des Deckungsbeitrags (BGK, AGK, Gewinn und Wagnisse).
Bitte beachten Sie, dass die Muster-Dokumente keine juristische Empfehlung darstellen und die Verwendung nach dem konkreten Sachverhalt eigenverantwortlich erfolgen muss. Vollständigkeit, sowie technische und inhaltliche Fehlerfreiheit werden nicht zugesichert.

Verwandte Fachbegriffe:

Kalkulationslohn
Dem Kalkulationslohn (KL) kommt eine wichtige und zentrale Bedeutung zu, bildet er doch gewissermaßen das Kernstück in der Baukalkulation. Er repräsentiert den Wertansatz (neben dem Arbeitszeitaufwand als Mengenansatz) für die Bestimmung der Lohnkost...
Stundensätze
Kalkulatorische Zusammenhänge lassen sich sehr aussagefähig über Stundensätze darstellen und besser verstehen. Zu unterscheiden ist nach Stundensätzen als Ausdruck von Kosten im Verhältnis zu Mengen- und/oder Zeiteinheiten wie Stunden, z. B. als Auss...
Lohnkosten
Die Lohnkosten enthalten alle Kosten, die sich für gewerbliche Arbeitnehmer bei der unmittelbaren Ausführung von Bauleistungen sowie auch als Hilfslöhne im Baugewerbe in betrieblichen Hilfs- und Nebenkostenstellen ergeben, ggf. unter Einbeziehung der...
Mittellohn
Quelle: f:data GmbH Weimar/Dresden, Handbuch Praktische Baukalkulation, Kostensicher kalkulieren mit x:bau ®, 2009, Seite 50
Als Mittellohn gilt der Durchschnittswert (arithmetisches Mittel) der Lohnkosten je Arbeitsstunde der gewerblichen Arbeitskräfte, die auf der Baustell...
Geleistete Arbeitsstunden
Alle auf Baustellen, Bauhöfen und Werkstätten im Inland tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden sind durch die Bauunternehmen im Bauhauptgewerbe auf dem Formblatt " MBB-Monatsbericht Bauhauptgewerbe " sowie für das Ausbaugewerbe auf dem Formblatt "AUS...
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, verwenden wir Cookies. Einige dieser Cookies sind erforderlich für den reibungslosen Ablauf dieser Website, andere helfen uns, Inhalte auf Sie zugeschnitten anzubieten. Wenn Sie auf „ Ich akzeptiere“ klicken, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Ich akzeptiere Individuelle Cookie-Einstellungen