Bauberichterstattung / Statistik

Baugewerblicher Umsatz

Der "baugewerbliche Umsatz" ist von den Bauunternehmen zu erfassen und im Rahmen der Bauberichterstattung an das jeweilige Landesamt für Statistik zu melden, so beispielsweise:
  • monatlich (bis spätestens 10 Tage nach Ende des Berichtsmonats) im Formblatt MBB – Monatsbericht Bauhauptgewerbe durch Bauunternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten,
  • in der EHM - Ergänzungserhebung jährlich zum 10. Juli mit analogen Aussagen wie im MBB,
  • vierteljährlicher Bericht im Ausbaugewerbe (Aus) zum Inlandsumsatz.
Als baugewerblicher Umsatz sind die dem Finanzamt vom Bauunternehmen zu meldenden steuerbaren, d. h. steuerpflichtigen und steuerfreien Beträge für Bauleistungen im Inland auszuweisen, und zwar einschließlich der Umsätze aus Nachunternehmertätigkeit und aus Vergabe von Teilleistungen an Nachunternehmer.
Der statistisch erfasste Umsatz enthält auch Leistungen aus nicht baugewerblichen Leistungen wie aus dem Verkauf von Baustoffen, beispielsweise Kies aus einer betriebseigenen Kiesgrube. Einzubeziehen sind auch Vorauszahlungen sowie Anzahlungen vor der Ausführung, wenn sie vom Unternehmen bereits vereinnahmt wurden.
In den baugewerblichen Umsatz sind nicht einzubeziehen:
  • die den Auftraggebern in Rechnung gestellte Umsatzsteuer,
  • Preisnachlässe wie Rabatt, Bonus, Skonto und
  • Abzüge, die auf begründeten Beanstandungen beruhen.
Ebenfalls nicht zu berücksichtigen ist ein Umsatz aus innerbetrieblichen Leistungen (beispielsweise für selbst erstellte Anlagen) und auch nicht der Wert der von Auftraggebern beigestellten Materialien.
Für die Bauberichterstattung ist zum baugewerblichen Umsatz noch eine Aufteilung nach Art der Bauten bzw. Tätigkeiten vorzunehmen, ggf. durch sorgfältige Schätzung.
Die Bauberichterstattung ist auch selbstständig von den Normal-ARGEn als Arbeitsgemeinschaften (Bau-ARGEn) vorzunehmen und der Umsatz durch die ARGEn und folglich nicht von den beteiligten Bauunternehmen zu melden. Demgegenüber wird der Umsatz bei Dach-ARGEn mit in der Bauberichtserstattung der ARGE-Partner, also bei den die Bauleistung ausführenden Unternehmen erfasst.
Der in der Bauberichterstattung zu meldende Umsatz ist von den Umsatzerlösen des buchhalterischen Ausweises im betrieblichen Rechnungswesen sowie in der 1. Position in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) nach § 275 im Handelsgesetzbuch (HGB) zu unterscheiden. Umsatzerlöse sind immer an die Fertigstellung eines Bauauftrags bzw. dessen Abnahme und dazu erfolgter Schlussrechnung gebunden.
29.06.2018
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