Baukalkulation / Angebot / Nachträge

Urkalkulation

In der Baupraxis wird von Bauherrn bzw. Auftraggebern oft verlangt, dass die Bieter bzw. Auftragnehmer mit Abgabe des Angebots auch eine Urkalkulation vorlegen bzw. hinterlegen. In der Regel geschieht das dann in einem verschlossenen Umschlag. Die Hinterlegung wird nicht generell verlangt. Ausnahmsweise und vor allem dann ist sie aber wichtig, wenn ein Verdacht möglicherweise auf eine Preisabsprache besteht.
Die Urkalkulation als Begriff wird weder im BGB noch in der VOB Teil B inhaltlich erläutert.
Den Vertragsparteien obliegt es,
  • einerseits die Hinterlegung und einen dafür bestimmten Termin und
  • zum Anderen die inhaltlichen Anforderungen und den Umfang der Aufschlüsselung
zu vereinbaren.
Inhaltlich soll die Urkalkulation weitestgehend der Dokumentation und Offenlegung der Kalkulation mit den Kalkulationsansätzen entsprechen, die dem Angebot bzw. in der Folge dem Bauvertrag zugrunde liegen.
Praktisch handelt es sich dabei um die den vereinbarten Einheitspreisen (EP) zugrundeliegenden Einzelkosten der Teilleistungen (EKT) und die darauf bezogenen Ansätze für die Gemeinkosten sowie von Wagnis und Gewinn (W&G). Nach dieser Anforderung kommen einer Urkalkulation annähernd die Aussagen im ergänzenden Formblatt Preise (EFB-Preis) 223 -Aufgliederung der Einheitspreise- nach Vergabe- und Vertragshandbuch (VHB-Bund, Ausgabe 2017) gleich, wenn dieses Formblatt vom Auftraggeber bzw. von der Vergabestelle verlangt wird.
Wird die Hinterlegung einer Urkalkulation vom Auftraggeber gewünscht, dann sollten hierzu bereits Aussagen in den Vergabeunterlagen erfolgen und/oder spätestens zum Vertragsabschluss die Hinterlegung vereinbart werden. Spezielle Anforderungen hierzu werden ausgeführt unter den Begriffen
03.02.2018
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