Lohnzusatzkosten

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Lohnzusatzkosten

Lohnzusatzkosten, auch als lohngebundene Kosten oder Sozialkosten (S) bezeichnet, sind ein bedeutender Anteil der Lohnkosten. Sie umfassen:

  • Lohnzusatzkosten aus gesetzlichen Regelungen und tariflichen Vereinbarungen, wie die Bezahlung von Ausfalltagen für Schlechtwetter, wegen Kurzarbeit, Krankheitstagen, Feiertagen, Urlaubstagen;
  • Lohnzusatzkosten aus Beiträgen (Arbeitgeberanteilen) für Renten-, Kranken-, Arbeitslosen-, Pflege- und Unfallversicherungen sowie Beiträgen zu Berufsverbänden und aus Umlagen für die Sozialkassen der Bauwirtschaft, Winterbauumlage, Insolvenzgeld, Schwerbehindertenausgleich, Arbeitsmedizinischer Dienst, Arbeitsschutz und Sicherheit;
  • Lohnzusatzkosten aus freiwilligen Verpflichtungen, z. B. zusätzliche Altersversorgung, Weihnachtsgeld, Zuwendungen für Betriebszugehörigkeit u. a.

Seit 01.01.2016 leiten sich die folgenden Werte ab:

  • in Ostdeutschland im Durchschnitt 72,16 % (Vorjahr 2015 = 75,50 %) sowie speziell für Sachsen 71,52 % (2015 = 74,85 %) und
  • in Westdeutschland im Durchschnitt 82,50 % (2015 = 85,07 %).

Den Berechnungen liegen vorrangig folgende Veränderungen bzw. Faktoren zugrunde, wie:

  • Anpassungen der Löhne an den aktuellen Tarifstand zum 1. Januar 2016,
  • eine geringe Veränderung der Anzahl der Ausfalltage (2016 = 178 Tage gegenüber 2015 = 177 Tage) und gleichbleibender Zahl von tatsächlichen Arbeitstagen (2015 und 2016 = 188 Tage), die aus dem Schaltjahr resultieren,
  • Veränderungen in der Zusammensetzung der Beiträge zu den Sozialkassen der Bauwirtschaft (SOKA) mit Erhöhung des Beitragssatzes für Zusatzversorgung erstmals in den neuen Bundesländern) um 0,6 % und Reduzierung des Beitragssatzes für Urlaubsvergütung um 0,6 %,
  • Berücksichtigung der veränderten Beitragsbemessungsgrenzen zur Sozialversicherung, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zu 2016,
  • Anpassungen als Reduzierungen beim Schwerbehindertenausgleich und der Insolvenzgeldumlage,
  • Ansatz eines Betrags für den Arbeitsmedizinisch-Sicherheitstechnischen Dienst (ASD),
  • keine Berücksichtigung mehr von lohnbezogenen Kosten, da diese meistens in den Bauunternehmen mit in den Allgemeinen Geschäftskosten (AGK) erfasst, ausgewiesen und bei der Kalkulation zu beachten wären.
2016 errechnen sich reduzierte Prozentsätze gegenüber dem Vorjahr, insbesondere infolge Ausklammerung der lohngebundenen Kosten im Umfang von 2,1 %. Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland sind begründet im unterschiedlich hohen tariflichen Lohnniveau sowie im 13. Monatseinkommen und der höheren Zusatzversorgung für Bauarbeiter in den alten Bundesländern.

Mindestens zu Beginn eines Geschäftsjahres und ggf. jeweils bei lohntariflichen Veränderungen sollten die Prozentsätze überprüft und gemäß den Realitäten korrigiert werden. Als Grundlage für die Überprüfung kann das Berechnungsschema des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie e.V. herangezogen werden. Zu berücksichtigen bleibt, dass den Musterrechnungen Durchschnittswerte zugrunde liegen, soweit nicht gesetzliche und/oder tarifliche Vorgaben heranzuziehen sind. Ein betriebsindividueller Zuschlagsatz auf Grund der jeweiligen betrieblichen Bedingungen wird jedoch oft nicht so hoch wie der exemplarische Durchschnittssatz sein.

Nachfolgend kann das Schema für eine betriebsindividuelle Ermittlung aufgerufen werden und zwar für Berechnungen der Lohnzusatzkosten der gewerblichen Arbeitnehmer getrennt nach den Tarifbereichen Ost und West in Deutschland. Bei den betriebsindividuellen Berechnungen können die tatsächlichen Arbeitstage berücksichtigt werden. Weiterhin lassen sich auch Zuschlagsätze mit und ohne Umlage für ULAK (Urlaubs- und Lohnausgleichskasse) an die Sozialkassen bestimmen.

Auf Grund der jeweiligen betrieblichen Bedingungen wird ein betriebsindividueller Zuschlagsatz keinesfalls so hoch wie der exemplarische Durchschnittssatz sein, in vielen Bauunternehmen liegt er um ca. 2 - 5 % niedriger. Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland sind begründet im unterschiedlich hohen tariflichen Lohnniveau und z.B. dem 13. Monatseinkommen und der Zusatzversorgung für Bauarbeiter in den alten Bundesländern.

Das Sozialkassenverfahren ist für alle Bauunternehmen verbindlich, für die der Tarifvertrag über das Sozialkassenverfahren (VTV) gültig ist. Dem Grunde nach sind das alle jene Bauunternehmen, für deren gewerbliche Arbeitnehmer auch der BRTV-Baugewerbe allgemeinverbindlich ist.

Nicht einbezogen sind jedoch eine Reihe von Baugewerken wie das Dachdecker-, Gerüstbau-, Glaser-, Maler-, Parkettleger-, Schreiner-, Klempner und Steinmetzhandwerk, weiterhin das Beton- und Terrazzowaren herstellende Gewerbe, die Nassbaggerei und Säurebauindustrie. In Unternehmen dieser Gewerbe fällt kein Beitrag für die ULAK an. Die Urlaubsentgelte werden direkt an die betreffenden Arbeitnehmer gezahlt und nicht über das Umlageverfahren.

Folglich sind auch die auf die Soziallöhne zu beziehenden Anteile geringer als in Unternehmen mit ULAK-Umlage. In den aufrufbaren Berechnungsformularen werden 2 Spalten ausgewiesen, und zwar für die Ermittlungen mit und ohne ULAK-Umlage. Damit können unterschiedliche Berechnungen betriebsindividuell erfolgen.

Die Zuschlagsätze für die Lohnzusatzkosten mit und ohne ULAK werden unterschiedlich hoch sein. Vergleichbar ist einzuschätzen, dass Zuschlagsätze ohne ULAK ca. 3 bis 8 % niedriger in Bauunternehmen in Ostdeutschland und 7 bis 12 % niedriger in Westdeutschland sein werden.

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Baunachrichten zu Lohnzusatzkosten

Zuschlagssätze 2013 für die Lohn- und Gehaltszusatzkosten - 01.03.2013 Seit dem 1. Januar 2013 leiten sich für den betreffenden Tarifstand folgende Zuschlagsätze...
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Lohn- und Gehaltszusatzkosten 2016 weiter reduziert - 02.04.2016 Grund: die geringeren Zuschlagsätze für Lohn- und Gehaltszusatzkosten im Baugewerbe,  nachzuvollziehen in den exemplarischen Musterrechnungen des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie e
02.04.2016 Grund: die geringeren Zuschlagsätze für Lohn- und Gehaltszusatzkosten im Baugewerbe, nachzuvollziehen in den exemplarischen Musterrechnungen des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie e...
Lohn- und Gehaltszusatzkosten – veränderte Zuschlagsätze ab 2014 - 07.03.2014 Die genauen Änderungen weisen die Musterrechnungen der exemplarischen Berechnungsschemata des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie für 2014 aus...
07.03.2014 Die genauen Änderungen weisen die Musterrechnungen der exemplarischen Berechnungsschemata des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie für 2014 aus...

Begriffs-Erläuterungen zu Lohnzusatzkosten

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Sozialkosten der gewerblichen Arbeitnehmer sind der wichtigste Bestandteil innerhalb der Lohnzusatzkosten und als solche z. B. mit in den Formblättern Preise 221 und 222 (alt EFB-Preis 1a/b) nach ...
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