Stoffe

Stoffe

Stoffe sind eine wichtiger Produktionsfaktor im Bauprozess. Zu ihnen zählt man Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, synonym in ihrer Gesamtheit auch als Material bezeichnet. Bauspezifische werden nach dem fertigungstechnischen Einsatz unterschieden:

  • Einbaustoffe, die Bestandteil der Bauleistung sind bzw. in das Bauwerk eingebaut werden,
  • Bauhilfsstoffe, die nur wertmäßig, aber nicht stofflich in das Bauwerk eingehen wie Schalmaterial,
  • Baubetriebsstoffe, die z. B. für den Antrieb der Baumaschinen und Geräte u. a. erforderlich sind.

Der Gewinn des Bauunternehmens wird wesentlich durch den effektiven Materialeinsatz und -verbrauch sowie bereits mit der Beschaffung bzw. dem Einkauf des Materials bestimmt. Nur einige Prozent billiger einzukaufen, wirkt sich auf die Wettbewerbsfähigkeit und den Gewinn aus.

Dies ist leicht nachvollziehbar, wenn man den Materialanteil an den Bauleistungen betrachtet. Er beträgt beispielsweise

  • ca. 30 % im Mauerwerksbau,
  • ca. 50 % im Stahlbetonbau,
  • ca. 55 % im Straßenbau,
  • ca. 15 % bei Putzarbeiten.
Die Materialwirtschaft hat folglich Einfluss auf ca. 15 - 50 % von der Bauleistung je nach dem Gewerk bzw. der Bauleistungssparte.

Die Verringerung des Materialaufwands ist durchgehend eine wichtige Aufgabe im Rahmen des Materialmanagements im Bauunternehmen. Insbesondere sind notwendig:

  • die Anwendung rationeller Bautechnologien,
  • die preisgünstigste Beschaffung und möglichst kurzfristig abrufbare Belieferung, um die Bevorratung so gering wie möglich zu halten,
  • die ordnungsgemäße Lagerung und Sicherung des Materials,
  • die laufende Kontrolle mittels Soll-Ist-Vergleich zu den Materialkosten und Analyse von ggf. auftretenden Mehrverbräuchen, besonders auf den Baustellen.
Stoffe und Bauteile, die nicht den vertraglichen Vereinbarungen und Proben entsprechen, sind bei der Bauausführung nicht einzusetzen. Der Auftraggeber kann anordnen, dass diese Stoffe und Bauteile von der Baustelle durch den Auftragnehmer zu entfernen sind und zwar in einer angemessenen Frist.

Befolgt der Auftragnehmer nicht fristgemäß die Anordnung des Auftraggebers, kann danach der Auftraggeber die betreffenden Stoffe und Bauteile bei einem VOB-Vertrag mit Bezug auf die VOB, Teil B § 4 Abs. 6 zu Lasten des Auftragnehmers entfernen lassen oder für seine Rechnung veräußern. Ein Selbsterwerb ist in der Regel mit Bezug auf BGB § 456 und 457 nicht vorzusehen, wenn keine Zustimmung des Auftragnehmers vorliegt.

Baut der Auftragnehmer trotzdem nicht vertragsgerechte Stoffe ein, dann kann er dafür keine Vergütung geltend machen.

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